Bummerlhaus, Gotisches Herrenhaus in Steyr, Österreich.
Das Bummerlhaus am Stadtplatz 32 ist ein spätgotisches Bürgerhaus um einen quadratischen Turmkern, bestehend aus Vorderhaus, Hinterhaus und drei Höfen mit Laubengängen. Die Fassade zum Stadtplatz trägt einen über die ganze Länge gespannten steinernen Breiterker, Blendarkaden, einen Vierpassfries und fünf unsymmetrisch angeordnete Fenster; darüber erhebt sich eine Giebelmauer aus Ziegel mit einem biforen spätgotischen Fenster.
Die ältesten Teile des Gebäudes reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück und es wird erstmals in Dokumenten von 1450 erwähnt. Diese frühe Datierung macht es zu einem wichtigen Zeugnis der mittelalterlichen Architektur in Österreich.
Der Name geht auf das Schild des früheren Gasthofes Zum goldenen Löwen zurück: Den dort dargestellten Löwen verspotteten die Steyrer Bürger als Bummerl, also Hündchen. Bis 1898 beherbergte das Haus dieses Gasthaus, der Spottname blieb.
Das Gebäude wird heute von einer Bank genutzt, so dass man die mittelalterliche Architektur von außen oder während des Besuchs des Schalterbereichs bewundern kann. Die Lage im Zentrum von Steyr macht es leicht zugänglich für Fußgänger, die sich die historischen Bauwerke der Altstadt ansehen.
Die am 4. Juni 1973 ausgegebene 50-Schilling-Münze erinnerte nicht an den Bau des Hauses, sondern an den Verkauf von 1473, als Wolfgang Pandorffer es dem Handelsherrn Georg Prandtstetter um rund 1000 Gulden überließ. Die Münze wurde in Silber geprägt.
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