Burg Niederfalkenstein, Mittelalterliche Burg in Obervellach, Österreich
Die Burg Niederfalkenstein ist das weitgehend erhaltene Vorwerk der Burganlage Falkenstein auf einem Felsgrat der Reisseck-Gruppe hoch über dem Mölltal östlich von Obervellach, auf 843 m Seehöhe. Über dem steinernen Unterbau sitzt ein Obergeschoss in Fachwerk mit steilem, schindelgedecktem Mittelgiebel, zwei kleineren seitlichen Giebeldächern und einem breiten hölzernen Balkon; links am Steinbau springt ein kleiner gedeckter Vorbau mit spitzem Dach vor, und auf dem First des Mitteldaches steht eine dünne Fahnenstange mit kleiner Fahne.
Niederfalkenstein wurde 1164 als Valchenstain erstmals urkundlich erwähnt, als Gumpoldus de Valchenstein dem Grafen Engelbert II. von Görz diente. Nach dem Aussterben der Falkensteiner um 1300 wurde die Herrschaft in Ober- und Niederfalkenstein geteilt. 1394 verpfändete Graf Heinrich VI. die obere Burg an Herzog Albrecht III. von Habsburg; Kaiser Friedrich III. nahm sie 1460 in Besitz. Maximilian I. verpfändete sie 1504 an Graf Julian von Lodron, und 1825 fand Joseph Kyselak die Anlage weitgehend in Ruinen. Der Palas wurde ab 1905 wiederaufgebaut, brannte jedoch nach einem Einbruch 1969 nieder.
Die 1246 erstmals erwähnte Johanneskapelle steht bei der oberen Ruine, nicht bei Niederfalkenstein. Pfaffenberger Bauern bauten sie 1772 zu einer Kirche aus; erhalten sind der romanische Mauerkern, eine zweigeschoßige Holzempore, der Hochaltar und ein Deckengemälde der Taufe Christi sowie ein Tafelbild der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, aus dem 16. Jahrhundert.
Die unteren Bereiche der Burg sind für Besucher zugänglich, während die oberen Teile als Ruinen erhalten sind. Der Weg zur Burg ist steil und teilweise felsig, daher ist festes Schuhwerk empfehlenswert.
Bis 1973 fuhr die Tauernbahn durch einen Tunnel direkt unter der Burg, bevor die Strecke über eine nahe gelegene Brücke verlegt wurde. Vom Burghügel aus ist diese Brücke heute gut sichtbar und bringt eine mittelalterliche Ruine und ein modernes Bauwerk in denselben Blick.
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