Johanneskirche Unterlaa, Katholisches Kirchengebäude in Favoriten, Österreich
Die Johanneskirche ist eine römisch-katholische Kirche in Unterlaa im 10. Wiener Gemeindebezirk, erreichbar über die Klederinger Straße. Sie ist ein einschiffiger Bau mit Chorturm: Das Untergeschoß des Ostturms dient als gesicherter Sakralraum und trägt ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. Südlich schließt die Sakristei an den Turm an; an Turmspitze und Fenstern ist das Malteserkreuz angebracht.
An dieser Stelle stand wahrscheinlich ein römischer Tempel, bevor darüber ein kleines Kirchlein von 9 × 7 m errichtet wurde, vermutlich von Mönchen unter Verwendung von Steinen der Römersiedlung; fünf 1974 im Inneren ergrabene Bestattungen dürften die Erbauer oder um 1030 bestattete Priester sein. 1272 kam die Kirche an den Johanniterorden, der die Südseite umbaute und ein Hospiz errichtete, das 1465 mit der Burg von Unterlaa zerstört wurde. Bei der Belagerung 1683 großteils zerstört, wurde sie 1686 mit einem Langhaus wieder aufgebaut; die Sakristei folgte 1779.
Ihren Namen verdankt die Kirche der Übergabe an die Johanniter im Jahr 1272, die sie ihrem Patron Johannes dem Täufer widmeten. Das Malteserkreuz als Ordenszeichen findet sich an der Turmspitze und an den Kirchenfenstern. Seit Ende des 13. Jahrhunderts waren die Johanniter die ausschließlichen Grundherren in Unterlaa.
Die Kirche liegt abseits des alten Dorfkerns und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Bushaltestelle Johanneskapelle erreichbar. Die Ausgrabungen rund um die Kirche und der archäologische Schauraum in einem kleinen Nebengebäude, betreut vom Bezirksmuseum Favoriten, sind von Mai bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat geöffnet.
Die Kirche steht auf dem Areal eines römischen Friedhofs; ein hier gefundener Grabstein nennt einen Kelten namens Devomarus und seine Familie und belegt, dass der Ort nach der Zerstörung der ersten römischen Siedlung am Johannesberg weiter bewohnt blieb. Seit den 1960er Jahren wird hier gegraben.
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