Schloss Sitzenthal, Renaissanceschloss in Loosdorf, Österreich
Schloss Sitzenthal ist ein Renaissance-Schloss in Loosdorf mit drei Geschossen und elf Achsen in seinem Hauptbereich sowie zwei östlichen Flügeln. Eine kleine Kapelle zu Ehren des heiligen Josef befindet sich im nördlichen Teil des Gebäudes.
Sitzenthal wurde 1287 erstmals urkundlich genannt, als Otto von Scheuernberg seinen Hof an Hartwig von Wasen verkaufte; der Name geht auf den Lehensmann Sighard von Schalla im 12. Jahrhundert zurück. Umgebaut wurde das Schloss im 16. Jahrhundert und 1835 unter Anton Ledóchowski, wobei der einstige Wohnturm vermutlich verschwand. 1899 wurde der ausgemauerte Wallgraben aufgefüllt, 1897 ging das Gut an die Grafen Braida.
Der Name Sitzenthal geht auf Sizo zurück, die Kurzform des Grafen Sighard von Schalla, der hier im 12. Jahrhundert Lehensmann war. Angeblich unter Maria Theresia wurden beim Gut entlassene Sträflinge angesiedelt, die im Meierhof arbeiteten; etwa zehn Familien übten später Wandergewerbe wie Scherenschleifen, Regenschirmmachen und Hausieren aus und übernahmen das Jenische.
Das Schloss liegt rund zwei Kilometer nordöstlich von Loosdorf an der Pielach. Es ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden; der englische Park bis zur Pielach ist nur von außen zu sehen. Die Ortsgruppe Loosdorf der Kinderfreunde veranstaltet im Schloss gelegentlich Aktivitäten für Kinder.
Hans von Hammerstein-Equord, in der Zwischenkriegszeit im Schloss geboren, wurde als Schriftsteller bekannt; das Gut verkaufte seine Mutter 1897 an die Grafen Braida, in deren Familie es bis heute ist – deshalb ist das Schloss nicht öffentlich zugänglich, und sein Erhaltungszustand gilt als stark verbesserungswürdig.
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