Kollegiatstift St. Maria, Eisgarn, Österreich, Gotisches Kloster in Eisgarn, Österreich.
Das Kollegiatstift Eisgarn ist eine ehemalige Stiftung für sechs Chorherren und einen Propst, die 1330 im nördlichen Waldviertel errichtet wurde. Die urkundlich erstmals 1294 genannte Kirche weist nur mehr Spuren romanischer Substanz auf; der heutige Bau ist gotisch. Zum Komplex gehören die Propsteipfarrkirche, der Propsteihof und das Gebäude am Stiftsplatz 9, das heute der Marktgemeinde gehört.
Johann von Klingenberg, Graf von Litschau, vergrößerte 1330 eine kleine Marienkirche und stiftete mit Zustimmung des Passauer Bischofs ein Kollegiatstift für sechs Chorherren und einen Propst. 1357 wurde Albero von Puchheim als Erbvogt und zweiter Stifter bestätigt, mit dem Präsentationsrecht für Propst und Chorherren; das Stift musste zudem einen Schulmeister anstellen. Bischof Klaus Küng hob das Stiftskapitel 2009 auf und ließ nur eine Realpropstei bestehen.
Die Pröpste von Eisgarn waren bis 1918 als Vertreter des niederösterreichischen Weltklerus mit Sitz und Stimme im Niederösterreichischen Landhaus vertreten; geblieben ist der Titel Niederösterreichischer Prälat. Seit 2009 ist das Kollegiatkapitel aufgehoben, es bleibt eine Realpropstei ohne Kapitel, und der Propst ist ein vom Diözesanbischof ernannter Ehrentitel.
Das Gebäude liegt im Ortszentrum von Eisgarn und ist vom Platz davor gut zugänglich. Besucher sollten beachten, dass es sich um einen aktiven religiösen Ort handelt und entsprechend Rücksicht auf Gottesdienste und Gemeindeaktivitäten nehmen sollten.
Das Stift beherbergt eine der ältesten Schulen in Niederösterreich, die in seinen frühen Jahren als Bildungseinrichtung gegründet wurde und Generationen von Schülern ausbildete. Diese Schultradition ist ein wenig bekannter Aspekt seiner sozialen Rolle über Jahrhunderte.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.011 Mitwirkenden weltweit.