Kornmesserhaus, Denkmalgeschütztes historisches Gebäude in Bruck an der Mur, Österreich
Das Kornmesserhaus ist ein gotisches Patrizierhaus in Bruck an der Mur mit einer reich verzierten Arkadenfassade über mehrere Geschosse. Die aufwendigen Steinmetzarbeiten zeigen handwerkliche Meisterschaft und charakteristische Merkmale der spätmittelalterlichen Architektur.
Das Kornmesserhaus entstand 1499 bis 1505 für den Hammerherrn Pankraz Kornmeß und ist in seiner Gestaltung von venezianischen Palästen der Zeit beeinflusst. Von 1622 bis 1629 diente es als Brucker Rathaus. 1792 wurde es bei einem Stadtbrand schwer beschädigt.
Die offene Arkadenfassade folgt Vorbildern venezianischer Paläste um 1500, und in die Wand ist das Wappen des Pankraz Kornmeß eingemauert, das auf seinen Wohlstand und seine Eisen- und Arsenikhandelsbeziehungen verweist. Die Fassadendekoration wird kunstgeschichtlich mit der Westempore der Eisenerzer Pfarrkirche St. Oswald (1513–1517) in Verbindung gebracht.
Das Kornmesserhaus steht am Brucker Hauptplatz Nr. 22 und ist zu Fuß erreichbar. Die offene Arkadenfassade und die Loggia sind am besten bei Tageslicht zu sehen; die in die Wand eingemauerte Wappenplatte Kornmeß' lohnt einen zweiten Blick.
Am 25. September 1962 gab die Österreichische Post in der Serie Österreichische Baudenkmäler eine Dauermarke zu 1,20 Schilling mit dem Kornmesserhaus heraus. Das Motiv wurde für ein Bauwerk gewählt, das 1792 bei einem Stadtbrand schwer beschädigt und später wiederhergestellt wurde.
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