Vermählungsbrunnen, Denkmalgeschützter Barockbrunnen am Hohen Markt, Innere Stadt, Wien, Österreich
Der Vermählungsbrunnen ist ein Brunnen aus Stein in der Inneren Stadt mit detaillierten Skulpturen, die Hochzeits- und Familienschenen darstellen. Das Wasser fließt aus mehreren Auslässen in diesem Brunnen auf dem zentralen Platz.
Das Denkmal geht auf ein Gelübde Kaiser Leopolds I. von 1702 während der Belagerung von Landau zurück. Unter Joseph I. wurde am 19. März 1706 eine hölzerne Säule nach Entwurf Johann Bernhard Fischer von Erlachs am Hohen Markt aufgestellt. Nach ihrem Verfall ließ Karl VI. sie 1725 abtragen; der Grundstein des marmornen Ersatzes von Joseph Emanuel Fischer von Erlach wurde am 14. August 1729 gelegt, die Weihe folgte am 14. April 1732.
Der Brunnen zeigt Szenen der Eheschließung zwischen dem Heiligen Josef und der Jungfrau Maria, was die religiöse Bedeutung des 18. Jahrhunderts in Wien widerspiegelt. Diese Darstellungen waren für die Wiener Bevölkerung damals ein wichtiger visueller Ausdruck des Glaubens im öffentlichen Raum.
Der Brunnen liegt zentral und ist leicht zu Fuß erreichbar von den U-Bahn-Stationen Stephansplatz und Herrengasse. Die beste Zeit zum Besuch ist tagsüber, wenn der Platz gut beleuchtet ist und man die Skulpturdetails deutlich sehen kann.
Der Bronzebaldachin über den Säulen ist einer Chuppa, dem jüdischen Hochzeitsbaldachin, nachgebildet und wurde vom Glockengießer Johann Baptist Divall gegossen. Die beiden Rundbecken mit Springbrunnen gestaltete Lorenzo Mattielli. Bombentreffer zerstörten 1944 den Kopf der Marienstatue; der Bildhauer Wander Bertoni restaurierte ihn bei der Instandsetzung 1950 bis 1955.
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