Villa Wagner I, Künstlerresidenz aus dem frühen 20. Jahrhundert in Penzing, Wien, Österreich.
Die Villa Wagner I ist ein späthistoristisches Landhaus, das Otto Wagner von 1886 bis 1888 nach eigenen Plänen in der Hüttelbergstraße in Hütteldorf, heute Penzing, errichten ließ. Ein Mittelrisalit mit vier kannelierten ionischen Säulen und ein Konsolengesims prägen die hellblau-weiße Fassade; zwei symmetrische Freitreppen mit hellblauen Balustraden führen zu einem Podest, zwei Brunnennischen flankieren den Eingang. Oben auf der Treppe steht eine weibliche Metallstatue von Ernst Fuchs.
Otto Wagner ließ die Villa von 1886 bis 1888 als Sommersitz am Rand des Wienerwaldes in Hütteldorf errichten. Ab 1895 bewohnte die Familie das Haus ganzjährig, 1911 verkaufte Wagner es an Ben Tieber, den Direktor des Apollo-Theaters. 1938 arisierte Baldur von Schirach die Villa für die Hitlerjugend; nach dem Krieg vom Abbruch bedroht, kaufte Ernst Fuchs sie 1972.
Die Villa wurde zum Treffpunkt der Wiener Secession; zu ihren Gästen zählten Gustav Klimt, Josef Hoffmann und Gustav Mahler. Mit jedem Besitzer wechselte der Name: Otto-Wagner-Villa, Ben-Tieber-Villa, dann Ernst-Fuchs-Villa. Seit 1988 beherbergt sie das Ernst-Fuchs-Privatmuseum unter der Leitung von Cornelia Mensdorff-Pouilly.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und kann von Wien aus leicht erreicht werden. Besucher sollten beachten, dass es sich um ein privates Wohngebäude handelt und daher nur von außen betrachtet werden kann.
Am oberen Ende der Freitreppe steht eine von Ernst Fuchs gestaltete weibliche Statue aus Metall. Fuchs kaufte die verfallene Villa 1972 um 14 Millionen Schilling und richtete hier sein Atelier ein; renoviert wurde sie mit dem Architekten Friedensreich Hundertwasser und dem Maler Arnulf Rainer.
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