Verderberhaus, Denkmalgeschütztes Gebäude am Hauptplatz, Retz, Österreich.
Das Verderberhaus ist ein mehrteiliger, zinnenbekrönter Gebäudekomplex an der Hauptplatz-Nummer 2 und 34 in Retz. Seine Fassade ist im venezianischen Renaissancestil gestaltet, und die unterschiedlichen Höhen der Zinnenkrönungen gleichen die verschiedenen Höhen der drei gotischen Vorgängerhäuser aus.
Der heutige Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert, als drei gotische Häuser zu einem frühneuzeitlichen Bürgerhaus umgestaltet wurden; das mittlere war 1437 als „Gewelibhaus“ bezeichnet. Die Trakte mit den Nummern 2 und 34 sind 1532 und 1577 urkundlich erwähnt, der Osttrakt war der letzte Teil, der das Haus zu einer Einheit brachte. Über der Tordurchfahrt des Mitteltrakts nennt eine Inschrift Hanns Fierenz von Goerz, 1583, Rentmeister des Grafen Julius II. von Hardegg.
Benannt ist das Haus nach den „Verderberbrüdern“ – Thomas Verderber (1792–1886) sowie Georg, Josef und Johann Verderber –, Kaufleuten aus der einstigen deutschen Sprachinsel der Gottscheer im Herzogtum Krain (heute Slowenien), die zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Retz zuzogen. Über der Tordurchfahrt des Mitteltrakts begleiten Ornamente, Löwenfiguren und Wappen die Inschrift „Hanns Fierenz von Goerz, 1583“; Fierenz, Rentmeister des Grafen Julius II. von Hardegg, ließ das Haus im venezianischen Stil umgestalten, und sein Wappen trägt den Leitspruch „Alles mit der Zeit“.
Das Gebäude liegt zentral auf dem Hauptplatz und ist leicht zu Fuß erreichbar, bietet jedoch keine öffentlichen Besichtigungen der Innenräume an. Von außen können Besucher die Architektur und Details der Fassade kostenfrei betrachten und fotografieren.
Die beiden Hausnummern 2 und 34 zeigen, wo drei gotische Häuser zu einem frühneuzeitlichen Bau zusammengelegt wurden; das mittlere ist 1437 als „Gewelibhaus“ belegt. Der 1577 urkundlich erwähnte Osttrakt erhielt hochgezogene Zinnen, weil sein ursprüngliches Wiegendach einige Meter tiefer lag als das des Nachbarhauses.
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