Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See, Kulturlandschaft am Neusiedler See, Österreich und Ungarn.
Die Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler See ist ein grenzüberschreitendes Welterbe in Österreich und Ungarn, das den Neusiedler See und seine Ufer umfasst. Der See ist einer der wenigen Steppenseen Europas, nur wenige Meter tief, mit einer durchschnittlichen Fläche von 320 km², einem Einzugsgebiet von 1.120 km² und einer Nord-Süd-Ausdehnung von 36 km. Sein Westufer wird vom Leithagebirge und dem Ödenburger Gebirge, Ausläufern der Ostalpen, begrenzt, und breite Schilfgürtel säumen das Wasser.
Die Besiedlung rund um den See reicht bis in die frühe Eisenzeit zurück, und die landwirtschaftlichen Nutzungsmuster, die damals entstanden, haben die Landschaft bis heute geprägt. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelten sich auf beiden Seiten des Sees Residenzen des Adels, deren Parkanlagen und Gutshöfe noch sichtbar sind.
Der Name Fertő stammt vom ungarischen Wort für den See, während Neusiedler See die deutsche Bezeichnung auf der österreichischen Seite ist. Die Dörfer sind für ihre weiß getünchten Häuser und Holztore bekannt, und die Weinkultur ist mit den Weingärten an den Hängen des Leithagebirges verbunden. Der Steinbruch von Fertőrákos, von der Römerzeit bis 1948 genutzt, beherbergt heute von Juni bis September Theateraufführungen in seinem Höhlentheater.
Das Gebiet lässt sich am besten mit dem Fahrrad erkunden, da ein gut ausgeschildertes Wegenetz die Dörfer, Aussichtspunkte und Naturgebiete auf beiden Seiten der Grenze verbindet. Frühling und Herbst sind die angenehmsten Jahreszeiten für einen Besuch, da die Hitze des Sommers am See sehr intensiv sein kann.
Der See hat keinen natürlichen Abfluss, wodurch das Wasser ausschließlich durch Verdunstung sinkt und der Salzgehalt besonders hoch ist. In trockenen Jahren ist es möglich, große Teile des Seebödens zu Fuß zu überqueren, da das Wasser stellenweise kaum kniehoch ist.
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