Wiener Porzellanmanufaktur, Porzellanmanufaktur in Alsergrund, Wien, Österreich
Die Wiener Porzellanmanufaktur war eine Porzellanfabrik im Wiener Alsergrund, gegründet 1718 und bis 1864 bestehend. Ihre Gebäude reichten von der heutigen Porzellangasse 51 bis zum Julius-Tandler-Platz, nachdem der Betrieb 1721 in den Breunerschen Sommerpalast übersiedelt war. Die frühen Stücke waren Hartporzellan mit cremefarbener Glasur statt reinem Weiß, da das Kaolin von weither herangeschafft werden musste.
Die Manufaktur wurde 1718 von Claude du Paquier gegründet und war damit nach Meissen der zweite bedeutende Porzellanhersteller in Europa. Ab 1744 stand sie unter kaiserlicher Kontrolle und blieb bis 1864 ein wichtiges Zentrum der Produktion.
Die Muster auf dem Porzellan dieser Manufaktur zeigen Jagdszenen, Blumen und feine Details, die von Hand aufgetragen werden. Dieser Stil ist seit Jahrhunderten typisch für die Werkstatt und heute noch erkennbar.
Die Manufaktur lag im Alsergrund, dem 9. Wiener Gemeindebezirk, an der heutigen Porzellangasse; ihre Gebäude reichten von der Porzellangasse 51 bis zum Julius-Tandler-Platz. Von der 1718–1864 bestehenden Fabrik ist kein Werkstattbetrieb erhalten; nach der Schließung 1864 gingen Formen und Geräte an das Museum für angewandte Kunst. Der Name wurde 1923 von der Augarten-Manufaktur an einem anderen Ort wieder aufgenommen.
Die Werkstatt exportierte früher große Mengen kleiner Kaffeetassen, die in leuchtenden Farben bemalt und für den Markt des Osmanischen Reiches bestimmt waren. Dieser Handel zeigt, wie weit das Porzellan aus Wien damals gehandelt wurde und welche Bedeutung kleine dekorative Objekte für den internationalen Austausch hatten.
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