Stock im Eisen, Mittelalterliches Monument am Stock-im-Eisen-Platz, Wien, Österreich
Das Stock im Eisen ist ein Fichtentrunkstück mit etwa 2,2 Metern Höhe, das völlig mit antiken Eisennägeln bedeckt ist und durch Metallbänder gesichert wird. Die Oberfläche zeigt die dichte Sammlung von Nägeln aus verschiedenen Epochen, was es zu einem visuell einzigartigen Objekt macht.
Der Baum war bereits um 1400 gewachsen und wurde 1440 gefällt, mit erster dokumentierter Erwähnung 1533 an einer Hauswand. Der Stamm wurde im Laufe der Jahrhunderte an seinem Platz bewahrt und ist heute ein wichtiges Zeugnis mittelalterlicher Handwerkspraktiken.
Wandernde Handwerker und Zunftlehrlinge drückten durch Nägel ihre Spuren aus, besonders ab 1715, um ihre Wanderjahre zu dokumentieren. Diese Praxis machte das Stück zu einem informellen Ort der Handwerkstradition, wo jeder Nagel eine Person und ihre Reise repräsentiert.
Das Monument sitzt an der Ecke des Palais Equitable, geschützt hinter Glas an der Kreuzung von Graben und Kärntner Straße. Man kann es leicht von außen besichtigen, ohne besondere Vorkehrungen zu treffen oder Zugangsbeschränkungen zu beachten.
Die Metallbänder, die den Stamm zusammenhalten, tragen die Initialen HB und das Datum 1575 und stammen von Hans Buettinger, der das angrenzende Haus besaß. Diese Inschrift zeigt, wie ein einzelner Hausbesitzer das Stück ein Jahrhundert lang erhielt und pflegt.
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