Sint-Medarduskerk, Katholische Kirche in Wervik, Belgien
Die Sint-Medarduskerk ist eine gotische Kirche in Wervik, 81 Meter lang, 37 Meter breit und am Turm 86 Meter hoch. Chor, Kapellenkranz und Querschiff bestehen aus graubraunem Sandstein aus Arras, Schiff und Turm aus hellem Balegem-Stein. Die Turmspitze stammt von 1901.
Eine erste, dem heiligen Medardus geweihte Pfarrkirche wurde um 1214 begonnen, als die romanische Sint-Maartenskerk von Wervik zu klein geworden war; nur ihre frühgotische achteckige Krypta ist unter dem heutigen Chorumgang erhalten. Bretonische Truppen zerstörten diesen Bau 1382, und die heutige Kirche wurde sofort am selben Ort begonnen, doppelt so groß. 1414 war sie fast fertig, 1433 mit dem Turm vollendet.
Die Kirche ist nach dem heiligen Medardus von Noyon benannt, einem Bischof von Vermandois des 5.–6. Jahrhunderts und Schutzpatron der Brauer, Gefangenen und Weinberge. Im 16. Jahrhundert erhielt die Krypta den Namen Baronkelder, nachdem dort ein Baron-Bailli bestattet worden war; Kinder steckten ihre Hand durch das Kellerfenster und riefen nach dem Baron.
Das Gebäude wurde 2012 nach umfangreicher Restaurierung der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht und ermöglicht Besuchern einen Blick auf das mittelalterliche Innere. Es ist ratsam, vorher die Öffnungszeiten zu überprüfen, da Kirchengebäude je nach Veranstaltungen unterschiedliche Zugangsbedingungen haben können.
Die Erzählung, Erzherzog Albert und Isabella hätten die Kirche 1608 als schönstes Gotteshaus Flanderns bezeichnet, ist Legende: Damals lag sie in Trümmern und erhielt erst 1620 wieder ein Dach. Die Krypta, seit der Beisetzung eines Baron-Bailli im 16. Jahrhundert Baronkelder genannt, nährte Geschichten von klagendem Gesang und Kettenrasseln.
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