Brügger Madonna, Marmorstatue in der Liebfrauenkirche, Brügge, Belgien.
Die Madonna von Brügge ist eine Marmorskulptur, die die Jungfrau Maria darstellt, wie sie nach unten schaut, während das Christuskind unabhängig daneben steht, beide aus einem einzigen Block Carrara-Marmor gemeißelt. Das Werk misst etwa 135 Zentimeter in der Höhe und zeigt die charakteristische Handwerkskunst dieser Zeit.
Das Werk entstand zwischen 1501 und 1504 und verließ Italien 1506, nachdem es von wohlhabenden Brügger Tuchhändlern namens Jan und Alexander Mouscron in Auftrag gegeben worden war. Diese Verschiebung nach Norden brachte Renaissance-Ideen in eine Stadt, die bis dahin von anderen künstlerischen Traditionen geprägt war.
Die Darstellung zeigt einen Bruch mit der nordeuropäischen Kunsttradition und wirkt durch ihre natürlichen Haltungen und emotionale Tiefe völlig anders als zeitgenössische Werke in dieser Region. Diese italienischen Stilelemente machen das Werk für Besucher sofort erkennbar und einprägsam.
Das Werk steht hinter kugelsicherem Glas geschützt in der Liebfrauenkirche, die einen Eintritt kostet, um sie zu besuchen. Besucher sollten vorher prüfen, wann die Kirche geöffnet ist, da die Öffnungszeiten je nach Jahreszeit variieren.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Werk in einen österreichischen Salzbergwerk transportiert und 1945 nach Brügge zurückgebracht, nachdem deutsche Kräfte es zur Sicherung vor Kriegsschäden verlagert hatten. Diese Reise durch Europa zeigt, wie sehr dieses Kunstwerk selbst während der Krisenzeiten geschätzt wurde.
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