Zandvlietschleuse, Seeschleuse im Hafen von Antwerpen, Belgien
Die Zandvlietsluis ist eine Seeschleuse am äußersten Norden des Antwerpener Hafens, 500 Meter lang und 57 Meter breit, mit einer Drempeltiefe von 13,5 Metern. Ihre Kammer wird von senkrechten Betonwänden begrenzt; zwei Brücken überspannen sie: die Zandvlietbrug am östlichen und die Frederik Hendrikbrug am westlichen Ende. Sie liegt zwischen einem grünen Uferdamm und einem befestigten Containerterminal.
Die belgische Regierung beschloss 1956 einen Zehnjahresplan zum Hafenausbau; nach zehn Jahren Bauzeit ging die Schleuse am 3. Juli 1967 in Betrieb. Für den Bau wurden 3.000.000 m³ Erdreich ausgehoben und 700.000 m³ Beton für die Schleusenkammer verbaut. Bis zur Eröffnung der benachbarten Berendrechtsluis 1989 war sie die größte Seeschleuse der Welt.
Die Schleuse ist nach dem Dorf Zandvliet benannt, das heute zum Antwerpener Bezirk Berendrecht-Zandvliet-Lillo gehört. Binnenschiffe rufen die Schleuse über VHF-Kanal 79 an, Seeschiffe nutzen die Kanäle 12 und 6 und haben fast immer einen Flusslotsen an Bord. Die beiden Brücken über die Schleuse sind die Zandvlietbrug und die Frederik Hendrikbrug.
Die Schleuse liegt rund 16 km nördlich der Antwerpener Innenstadt im Hafengebiet Berendrecht-Zandvliet-Lillo, zwischen Schelde und Kanaaldok. Sie ist arbeitende Hafeninfrastruktur und kein Ausflugsziel: Aussichtspunkte gibt es nicht, die Anlage ist nur aus der Ferne zu sehen. Binnenschiffe rufen die Schleuse über UKW-Kanal 79, Seeschiffe nutzen die Kanäle 12 und 6.
Die vier stählernen Schiebetore wiegen je 1600 Tonnen und sind 24,5 Meter hoch, 58,6 Meter lang und 9,9 Meter breit. Das Füllen oder Leeren der 500 Meter langen Kammer dauert bei 5 Metern Tideunterschied 15 Minuten. Die 1966 fertiggestellte Zandvlietbrug am Ostkopf ist eine einflügelige Klappbrücke mit tief liegendem Gegengewicht; in eine ihrer zwei Fahrspuren ist ein Eisenbahngleis eingelassen.
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