De Vest, Untersuchungsgefängnis in Antwerpen, Belgien
Das Antwerpener Gefängnis, De Vest genannt, liegt auf einem ummauerten Gelände zwischen Begijnenstraat und Sint-Rochusstraat. Sein dreigeschossiger Backsteinvorbau hat rundbogige Fenster in grauen Steinfassungen, ein vorspringendes Gesims und einen achteckigen Eingangsturm. Hinter dem Torhaus strahlen vier Zellflügel von einem zentralen Beobachtungspavillon aus.
Der Bau des Gefängnisses fand zwischen 1854 und 1859 statt, als Belgien sein Strafsystem reformierte und neue Ideen über Gebäude verbreitete. Dieses Projekt war Teil einer größeren Bewegung, neue Standards für Strafanstalten in ganz Westeuropa zu setzen.
Der Spitzname De Vest verweist auf die Rolle als Festung, die der Komplex in der Begijnenstraat nach der Eröffnung der neuen Haftanstalt De Kade im Süden Antwerpens 2026 übernahm. Eine Gedenktafel am Eingang erinnert an hingerichtete und politische Gefangene beider Weltkriege und ist vom Torhaus aus sichtbar.
Der Komplex nimmt den Block zwischen Begijnenstraat und Sint-Rochusstraat ein; das Torhaus mit Gedenktafel liegt an der Begijnenstraat. Es ist eine in Betrieb befindliche Untersuchungshaftanstalt des FÖD Justiz, deren Inneres mit den sternförmigen Flügeln für Besucher geschlossen ist. Die Backsteinfassade, die Rundbogenfenster und der achteckige Eingangsturm sind von der Straße aus zu sehen und zu fotografieren.
Die Gedenktafel am Eingang erinnert an hingerichtete und politische Gefangene beider Weltkriege. Im Mai 1940 saßen flämische Nationalisten wie August Borms, René Lagrou und René Lambrichts hier ein; am 13. Mai evakuierten die belgischen Behörden sie beim Anrücken der deutschen Truppen in andere Gefängnisse und Lager in Belgien und Frankreich.
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