Borissteine, Heilige Steine am westlichen Dwina-Fluss, Weißrussland
Die Borissow-Steine sind eine Gruppe großer Findlinge, die entlang der Westlichen Dwina zwischen Polozk und Drissa verteilt sind und jeweils christliche Kreuze sowie Texte tragen. Jeder Stein liegt im Freien und wurde einst direkt in die vom Gletscher abgelagerten Felsen eingehauen.
Die Steine wurden im 12. Jahrhundert bearbeitet, als Fürst Rogvolod Wsesslawytsch, der bei der Taufe den Namen Boris erhielt, Kreuze und Inschriften in die vorhandenen Findlinge einmeißeln ließ. Sie gehören damit zu den ältesten erhaltenen religiösen Monumenten in der heutigen Region Belarus.
Die Steine tragen Inschriften in griechischen Buchstaben, die den Sieg Christi verkünden, und zeigen, wie das Christentum im 12. Jahrhundert in der Region sichtbar gemacht werden sollte. Wer heute einen der Steine besucht, steht vor einem Objekt, das Religion und Landschaft auf direkte Weise verbindet.
Heute sind nur noch drei Steine zugänglich: einer befindet sich in der Nähe der Sophienkathedrale in Polozk, ein weiterer im Findlingsmuseum in Minsk, und ein dritter in Kolomenskoje, Russland. Da die Steine an verschiedenen Orten stehen, lohnt es sich, vor dem Besuch den genauen Standort zu prüfen.
Der größte Stein hat einen Umfang von etwa 17 Metern und gehört damit zu den größten beschrifteten Findlingen der Region. Einige Fragmente wurden erst 1988 unter Wasser wiederentdeckt, nachdem sie in der Sowjetzeit durch Staudämme überflutet worden waren.
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