Münsterplatz, Kathedralplatz und Fußgängerzone in Basel, Schweiz
Der Münsterplatz besteht aus zwei Teilen: dem ungefähr quadratischen, baumbestandenen Kleinen Münsterplatz nördlich des Münsters und dem langgestreckten Grossen Münsterplatz vor der Westfassade. Das Pflaster aus flachen Rheinwacken, die in der Mitte gespalten und mit der Bruchkante nach oben eingebaut sind, stammt aus dem späten 14. und frühen 15. Jahrhundert. Im nördlichen Teil ist ein ehemaliger römischer Sodbrunnen gekennzeichnet, in der Südwestecke des kleinen Platzes steht der Pisonibrunnen von 1784.
Der Platz erhielt seine heutige Gestalt in mehreren Phasen: beim mittelalterlichen Bau des Münsters, dann in der Barockzeit und schliesslich im frühen 19. Jahrhundert. Sein Pflaster aus Stein stammt aus dem späten 14. und frühen 15. Jahrhundert und existierte bereits bei der Eröffnung des Konzils von Basel 1431. Am 24. Juli 1440 wählte das Konzil im Haus zur Mücke am Platz den Gegenpapst Felix V.
Der Platz war das Zentrum des mittelalterlichen Lebens in Basel und Schauplatz von religiösen Prozessionen, Festen, Turnieren und königlichen Zeremonien; auch die frühe Basler Fasnacht fand hier statt, bis sie verboten wurde. Auf dem Kleinen Münsterplatz stand einst eine Gerichtslinde, und bis 1521 wurden hier die neu gewählten Ratsherren im Beisein des Bischofs vereidigt. Heute ist der Platz ein Wohngebiet ohne Geschäfte.
Keine Tram- oder Buslinie führt über den Münsterplatz oder direkt an ihm vorbei; man erreicht ihn zu Fuss über Rittergasse, Augustinergasse, Münsterberg oder Schlüsselberg. Autofrei ist der Platz erst seit 2007. Unterhalb der Pfalz führt eine Treppe hinunter zur Anlegestelle der Münsterfähre an der Uferpromenade Fähribödeli.
Von verschiedenen Ecken des Platzes kann man auf die Rhein-Ufer blicken, was einen seltenen Durchblick durch die enge Altstadt bietet. Dieser Ausblick verbindet den Platz räumlich mit dem Fluss, der die Stadt prägt.
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