Ehemalige Johanniter-Komturei mit Pförtnerhaus, Bavahaus und Kornspeicher, Mittelalterliche Kommende in Tobel-Tägerschen, Schweiz.
Die Johanniterkommende Tobel ist eine dreiflügelige Anlage mit einem Herrenhaus, Speicher und Bavahaus, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Die Gebäude zeigen traditionelle Bauweisen dieser Zeit mit einem klaren funktionalen Aufbau für landwirtschaftliche und religiöse Zwecke.
Die Kommende wurde 1228 gegründet und war fast 600 Jahre lang Sitz des Johanniterordens, bis die Anlage 1809 aufgelöst wurde. Während dieser Jahrhunderte diente sie als wichtige Station für Pilger auf dem Weg zwischen Konstanz und Einsiedeln.
Die Anlage zeigt noch heute, wie religiöse Gemeinschaften in dieser Region lebten und arbeiteten, mit Gebäuden, die für praktische Aufgaben wie Getreidelagerung konzipiert waren. Der Komplex spiegelt die alltäglichen Bedürfnisse einer Ordensgemeinschaft wider, deren Routinen sich in der räumlichen Anordnung der verschiedenen Bauteile erkennen lassen.
Der Komplex befindet sich in einem guten Erhaltungszustand und kann von außen betrachtet werden, wobei die verschiedenen Gebäudeteile leicht identifizierbar sind. Der Zugang ist über lokale Straßen möglich, und die Anlage liegt abseits des Trubels, was einen ruhigen Besuch ermöglicht.
Die Gründung der Kommende geht auf eine Buße des Grafen Diethelm I. von Toggenburg zurück, der damit ein Brudermord bei der nahen Burg Rengerswil sühnen wollte. Dieses düstere Kapitel der lokalen Adelsgeschichte macht die Anlage zu einem Ort mit einer ungewöhnlichen Gründungsgeschichte.
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