Kanderkorrektion, Flusskontrollanlage in Bern, Schweiz.
Die Kander-Umleitungsanlage ist ein Wasserwirtschaftssystem in Bern, das den Fluss durch einen künstlichen Kanal direkt in den Thunersee leitet, anstatt ihn auf natürlichem Weg weiterfließen zu lassen. Das Bauwerk besteht aus einer Kombination von Kanälen und Steuerungselementen, die seit Hunderten von Jahren das Wasser zwischen den beiden Gewässern regeln.
Anfang des 18. Jahrhunderts leitete Samuel Bodmer ein großes Bauprojekt, bei dem Hunderte von Arbeitern diesen Kanal zwischen 1711 und 1714 anlegten. Das Vorhaben war eine der ersten bedeutenden Flussumwandlungen im Alpenraum und setzte Maßstäbe für künftige Wasserbauprojekte.
Die Umleitung der Kander ermöglichte es den Bauern in der Region, ihre Felder zuverlässiger zu bewirtschaften, da die gefürchteten Überschwemmungen deutlich seltener wurden. Diese Veränderung prägte die Landwirtschaft für Generationen und machte neue Siedlungen in vorher gefährlichen Gebieten möglich.
Das Projekt ist von außen sichtbar und kann von verschiedenen Punkten entlang des Sees und des Kanals beobachtet werden, um seine Auswirkungen auf die Landschaft zu verstehen. Die beste Zeit zum Besuch ist das Frühjahr und der Frühsommer, wenn die Wassermenge am höchsten ist und das System unter seiner vollen Last arbeitet.
Das Projekt lenkte den Fluss dauerhaft um, wodurch er nicht mehr wie früher mit der Aare zusammenfloss, sondern stattdessen seinen eigenen Weg in den See nahm. Diese Veränderung war so wirksam, dass Generationen von Menschen in der Region aufwuchsen, ohne den ursprünglichen Lauf des Flusses jemals zu sehen.
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