Kloster Magdenau, Zisterzienserinnenkloster in Degersheim, Schweiz.
Das Kloster Magdenau ist eine Zisterzienserinnenabtei im Weiler Magdenau, der zur Ortschaft Wolfertswil in der Gemeinde Degersheim gehört. Die Klosteranlage steht neben der ehemaligen Pfarrkirche St. Verena, die nicht zum Kloster gehört, und zum Weiler zählen auch ein Gasthaus, ein Landwirtschaftsbetrieb und eine Sägerei. Die Klosterkirche wurde 1278 geweiht und zwischen 1948 und 1953 durch einen Neubau ersetzt.
Ritter Rudolf Giel von Glattburg und seine Gemahlin Gertrud gründeten die Abtei 1244 und inkorporierten sie dem Zisterzienserorden; 1278 wurde die Klosterkirche geweiht. Nach Bränden und Insektenplagen im 14. Jahrhundert und einem Verfall um 1500 wurde der Konvent 1528–1532 aufgelöst und die Güter beschlagnahmt. Äbtissin Afra Schenk leitete 1532 die Wiederbesiedlung, und das 16. und 17. Jahrhundert brachten umfangreiche Neu- und Umbauten. Im Toggenburgerkrieg wurde das Kloster besetzt, 1754 die strenge Klausur eingeführt, und 1798 eröffnete es eine der ältesten Elementarschulen des Kantons Sankt Gallen.
Das Kloster zeigt Schweizer Architektur aus mehreren Jahrhunderten, mit Räumen die heute noch von einer religiösen Gemeinschaft bewohnt und genutzt werden. Die tägliche Routine der Schwestern prägt das Leben an diesem Ort und ist für Besucher spürbar.
Das Gelände ist für Besucher zugänglich und bietet die Möglichkeit, die Anlagen zu erkunden sowie im Klosterladen zu kaufen. Gäste können auch im Gästehaus St. Josef übernachten und an spirituellen Aktivitäten teilnehmen.
Das Kloster richtete 1798 eine der ersten Grundschulen im Kanton St. Gallen ein und spielte damit eine wichtige Rolle in der frühen Schulbildung der Region. Diese Bildungsinitiative zeigt, wie sich die Gemeinschaft über ihre religiösen Aufgaben hinaus engagierte.
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