Kommende Compesières, Mittelalterliche Kommende in Bardonnex, Schweiz.
Die Kommende Compesières ist ein festes Haus neben der romanischen Kirche Saint-Sylvestre im Weiler Compesières der Gemeinde Bardonnex. Die Johanniter errichteten die ältesten Teile zwischen dem späten 14. und frühen 15. Jahrhundert und umgaben den später erweiterten Bau mit einer Mauer und Rundtürmen. Heute beherbergt er das Rathaus von Bardonnex, das Pfarramt und einen Museumsraum.
Die auf römischen Fundamenten errichtete Kirche Saint-Sylvestre wird 1270 erwähnt, als Bischof Aymon de Cruseilles sie dem Johanniterorden schenkte, der dort ein Hospiz einrichtete. Zwischen dem späten 14. und frühen 15. Jahrhundert baute der Orden daneben das feste Haus, das zum Hauptsitz der Kommende des Genevois in der Zunge der Auvergne wurde. 1536 nahmen die Berner den Ort ein und nutzten das Schloss bis 1567 als Sitz ihres Vogts; um 1600 griff Heinrich IV. ein, um den Bau während der Kriege zwischen Savoyen und Genf zu schützen. 1617 erhielt der Orden ihn zurück und behielt ihn bis zur Französischen Revolution.
Die Decke des Rittersaals enthält 165 bemalte Kassetten mit religiösen und heraldischen Symbolen, die durch die Hauptbalken in fünf Joche gegliedert sind. Die Ausmalung stammt aus den Kriegen des späten 16. Jahrhunderts, als Heinrich IV. eingriff, um den bedrohten Bau zu schützen.
Das Schloss steht im Weiler Compesières auf dem Gemeindegebiet von Bardonnex, südlich von Genf. Gemeindehaus und Pfarrhaus nutzen es weiterhin, daher gilt der Besuch dem Raum des Malteserordens-Museums, der nur nach Vereinbarung offen ist. Für den Zugang ist vorab die Gemeinde zu kontaktieren.
Während der Französischen Revolution wurde die Comanderie in eine Salpeterraffinerie umgewandelt, nachdem ihre Türme und der Kirchturm abgerissen worden waren. Diese unerwartete Nutzung zeigt, wie das Gebäude die turbulenten Zeiten überstanden hat.
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