Villa Morillon, Herrschaftliches Architekturensemble in Wabern bei Bern, Schweiz
Villa Morillon ist ein Herrenhaus mit Stallungen, Schuppen und Taubenschlag auf einem Landgut bei Bern. Das Anwesen umfasst mehrere Gebäude, die um einen zentralen Bereich angeordnet sind und zusammen eine vollständige Hofanlage bilden.
1736 kaufte Rudolf Emanuel Frisching von Georg von Muralt rund 22 Jucharten Land und liess darauf die erste Campagne bauen, eine kleine Dreiflügelanlage mit Ehrenhof, die er Morillon nannte. Das Gut gelangte durch Erbfolge von den Frisching an die Familie von Wattenwyl und später an die von Tscharner. Sophie von Wattenwyl liess das heutige Gebäude 1832 bis 1834 durch Ludwig Friedrich Osterrieth nach dem Vorbild der Villa Rotonda Palladios neu aufführen.
Das Anwesen trägt die höchste Schutzstufe für Kulturgüter in der Schweiz und zeigt, wie wohlhabende Familien ihre Villen gestalteten. Die Architektur spiegelt das Selbstverständnis dieser gesellschaftlichen Schicht wider, die sich in repräsentativen Bauten ausdrückte.
Die Villa und die Kutschnerei wurden von Anfang 2022 bis Ende August 2023 umfassend saniert, in enger Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege. Am 16. September 2023 folgte ein Tag der offenen Tür für die Nachbarschaft und Interessierte. Ein Teil der Villa wird für kulturelle Anlässe zur Verfügung gestellt, die Parkanlage einer breiteren Nutzung zugeführt.
Die Umgestaltung von 1832 adaptierte direkt ein berühmtes italienisches Bauwerk, wobei die Architekten es an die Bedürfnisse und Traditionen der Schweizer Bautechnik anpassten. Diese Vermischung von südeuropäischen Formen mit lokalen Praktiken macht das Anwesen zu einem besonderen Beispiel für kulturelle Einflüsse jener Zeit.
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