Schloss Eglisau, Mittelalterliche Burg in Eglisau, Schweiz.
Das Schloss Eglisau war eine Schlossanlage am linken Rheinufer gegenüber dem Städtchen Eglisau, errichtet auf einem Molassefelsensporn, vermutlich auf dem Fundament eines römischen Wachturms. Im 19. Jahrhundert wurde sie weitgehend abgebrochen: das Neue Schloss 1810/1811, Bergfried und Ritterhaus 1841/1842, das Zollhaus 1852. Erhalten blieben die Schlossscheune mit ihrem meterdicken Westmauerwerk und die steinerne Bogenbrücke über den äusseren Burggraben.
In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts errichteten die Grafen von Kyburg-Dillingen einen Bergfried auf einem Molassefelsrücken am linken Rheinufer. Die Freiherren von Tengen fügten 1268 das Ritterhaus hinzu, und im Spätmittelalter entstand parallel zum Rhein ein gotisches Neues Schloss mit kreuzförmigem Grundriss. 1463 kaufte Zürich die Burg und nutzte sie ab 1496 als Sitz der Landvögte bis 1789. Das Neue Schloss wurde 1810/1811 abgebrochen, Bergfried und Ritterhaus 1841/1842, das Zollhaus 1852.
Die Burg spiegelt lokale Besitzverhältnisse und regionale Machtverhältnisse des Mittelalters wider, die an ihrer Lage über dem Fluss sichtbar werden. Besucher erkennen heute in den Fundamentresten und Informationstafeln, wie solche Burgen die Kontrolle über wichtige Handelswege sicherten.
Der Ort ist über ausgewiesene Wanderwege erreichbar und bietet freie Zugang zu den Fundamenten und Überresten der ehemaligen Burg. Besuchern wird geraten, festes Schuhwerk zu tragen, da das Gelände uneben und teilweise rutschig sein kann.
Die Burg teil sich eine lange Geschichte mit anderen Rheinburgen in der Region und zeigt typische Muster der mittelalterlichen Befestigungsstrategie entlang des Flusses. Viele dieser Befestigungen wurden ebenfalls abgerissen oder liegen heute als Ruinen vor, was die gesamte Landschaft prägt.
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