Burg Neuenfels, Mittelalterliche Burgruine in Britzingen, Deutschland
Burg Neuenfels ist die Ruine einer Spornburg auf einem 595,1 Meter hohen Bergsporn südöstlich von Britzingen auf Müllheimer Gemarkung. Der rechteckige Kern maß etwa 30 mal 9 Meter, hatte abgerundete Ecken und keinen Bergfried. Die erhaltenen Mauern erreichen bis zu 12 Meter Höhe, sind über 2 Meter stark und auf der gefährdeten Ostseite keilförmig auf bis zu 4,5 Meter verstärkt. Ein tiefer Halsgraben sichert den östlichen Zugang.
Die Burg wurde um 1300 von den Herren von Neuenfels erbaut und 1343 erstmals erwähnt. 1346 verkauften sie die Burg an Graf Imer von Strassberg, Herrn von Badenweiler, und erhielten sie als Lehen zurück. Militärische Bedeutung hatte sie nie. Nachdem Christoph von Neuenfels 1538 den umliegenden Wald an Britzingen verkauft hatte, verfiel die Burg ab 1540.
Die Burg ist Schauplatz der Sage von der weißen Jungfrau und dem Schustergesellen, der auf der Ruine um Erlösung gegen einen reichen Schatz gebeten wird, seine Chance aber vermasselt. Sie regte Harald Gritzners Roman „Das Geheimnis der weißen Frau von Neuenfels“ an. Eine Moritat von 1540 erzählt von Ritter Christophs Dogge, die täglich Fleisch aus Britzingen holte und mit der ganzen Hausgemeinschaft tot im Burghof gefunden wurde.
Die Ruine liegt auf einem 595 Meter hohen Sporn, erreichbar über die Schwärze zwischen Britzingen und Badenweiler: etwa 30 Minuten Fußweg mit 164 Metern Höhenunterschied. Drei Seiten schützen steile Hänge, der Zugang im Osten führt durch einen tiefen Halsgraben. Für den Anstieg sind feste Schuhe nötig.
Die auf den Zinnen eingerichtete Aussichtsplattform reicht bei klarer Sicht vom Schweizer Jura bis zu den Vororten Freiburgs. Militärische Bedeutung hatte die Burg nie, sie diente als Wohnhaus; ihr Ende verknüpft sich mit einem Kriminalfall von 1540, als Ritter Christoph, seine Familie, die Bediensteten und die Dogge tot im Burghof gefunden wurden.
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