Germania Judaica, Spezialbibliothek in Köln, Deutschland
Die Germania Judaica ist eine Spezialbibliothek in Köln für die Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums. Sie umfasst etwa 85.000 Bände und 500 Periodika und ist damit die größte wissenschaftliche Spezialbibliothek Europas auf diesem Gebiet. Seit 1979 ist sie in der Stadtbibliothek Köln am Neumarkt untergebracht.
Die Germania Judaica wurde 1959 in Köln von einer Bürgerinitiative gegründet, zu der Heinrich Böll, Paul Schallück und Wilhelm Unger gehörten, nach dem Besuch Martin Bubers 1958. Buber riet davon ab, den Antisemitismus direkt zu bekämpfen, und empfahl, jüdische Geschichte richtig darzustellen. Die Schändung der Kölner Synagoge Ende 1959 belegte die Notwendigkeit. Die Bibliothek startete mit 180 Druckwerken im Hansahochhaus und ist seit 1979 in der Stadtbibliothek am Neumarkt untergebracht.
Der Name „Germania Judaica“ stammt von einem eigenen Forschungsprojekt, das seit 1903 Ortschaften des Deutschen Reiches mit jüdischen Ansiedlungen verzeichnet. Die 1959 gegründete Bibliothek übernahm diesen Namen für ihren Bestand. Sie sammelt über 500 deutsch-jüdische Periodika und ist am Portal Compact Memory beteiligt, das die wichtigsten deutsch-jüdischen Zeitungen bis 1938 kostenfrei online zugänglich macht.
Die Bibliothek befindet sich in den Räumen der Stadtbibliothek Köln am Neumarkt und ist barrierefrei zugänglich. Im Freihandbereich stehen rund 45.000 Bände, etwa dieselbe Menge lagert im Keller-Magazin. Vor einem Besuch lohnt ein Blick auf die Öffnungszeiten der Stadtbibliothek.
Die Bibliothek wird oft mit dem Forschungsprojekt Germania Judaica verwechselt, das seit 1903 in alphabetischer Ordnung alle Ortschaften des Deutschen Reiches erfasst, an denen bis zum Wiener Kongress jüdische Ansiedlungen bestanden. Die 1959 gegründete Kölner Bibliothek ist eine eigene Einrichtung.
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