Befreiungshalle, Neoklassizistisches Monument auf dem Michelsberg, Kelheim, Deutschland
Die Befreiungshalle ist ein kreisförmiges Bauwerk aus hellem Kalkstein auf dem Michelsberg bei Kelheim, das von allen Seiten durch seine Kuppel und Säulen weithin sichtbar ist. Der Innenraum öffnet sich unter einer kassettierten Kuppel mit kreisrunder Öffnung in der Mitte, die Tageslicht auf den polierten Marmorboden fallen lässt.
König Ludwig I. von Bayern ließ die Halle ab 1842 durch Friedrich von Gärtner auf dem Michelsberg beginnen; nach Gärtners Tod 1847 übernahm Leo von Klenze die Bauleitung, behielt das Grundkonzept bei und ergänzte klassizistische Elemente. 1863 war der Bau vollendet, die feierliche Eröffnung fand am 18. Oktober 1863 statt, dem 50. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, zum Gedenken an die Siege über Napoleon 1813–1815.
Die 34 Standbilder im Inneren sind Siegesgöttinnen, keine geflügelten Figuren auf der Galerie: Vor jeder der 17 Nischen stehen zwei 3,30 m hohe Viktorien, die vergoldete Bronzeschilde aus eroberten Geschützen halten. Die beiden am Portal sind aus weißem Tiroler Marmor und tragen Palmenzweige, die übrigen aus Carrara-Marmor. Die von Ludwig Schwanthaler entworfenen Figuren reichen sich die Hände als Verweis auf die Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes.
Der Aufstieg zum Denkmal führt über einen befestigten Weg, der sich durch Wald und offene Hänge windet und von mehreren Seiten zugänglich ist. Besucher können die Aussichtsplattform außen umrunden und von dort auf das Donautal und die umliegenden Hügel blicken.
Die Halle hat keine Fenster im üblichen Sinn, nur die kreisrunde Öffnung in der Kuppelspitze lässt Licht herein und verändert die Stimmung im Inneren je nach Tageszeit und Wetter. An sonnigen Tagen wandert der Lichtkreis langsam über die Wände und den Boden.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.848 Mitwirkenden weltweit.