Altes Rathaus, Gotisches Rathaus in Erkelenz, Deutschland
Das Alte Rathaus ist ein spätgotischer Backsteinbau auf dem Erkelenzer Markt, der auf eckigen Pfeilern ruht. Im Erdgeschoss liegen offene Arkaden, darüber der Ratssaal und Speicherräume unter dem Dach. Ein Stein neben dem Eingang nennt 1546 als Jahr der Fertigstellung.
Bereits 1326 ist in Erkelenz ein Markthaus urkundlich bezeugt, das dem Leinenhandel und der Verwaltung diente. Der große Stadtbrand vom 21. Juni 1540 zerstörte es samt den städtischen Urkunden. 1541 beauftragte die Stadt den Steinmetz Jan van Vyrß mit dem Neubau; das Fertigstellungsjahr 1546 ist auf einem Stein neben dem Eingang angegeben.
Der Rathaussaal zeigt fünf wertvolle flämische Wandteppiche, die in den 1960er Jahren in München gekauft wurden und Hochzeitszenen sowie Kartenspieler darstellen. Diese Werke prägen das Innere des Rathauses und erzählen von den Kunstsammlungen, die die Stadt über Jahrzehnte zusammentrug.
Das Rathaus wurde 2013 saniert: Das Dach erhielt eine neue Schieferdeckung, und mehrere zugemauerte Arkaden wurden wieder geöffnet. In der Längsseite sind nun drei von fünf Arkadenachsen frei, in der Breite ist die mittlere Arkade vollständig verglast, sodass der Besucher von der Straße aus in das Erdgeschoss blicken kann.
Die Umgestaltung von 1756 brachte zudem ein Rokoko-Portal und eine Polizeiwache mit Arrestzelle, deren kleines vergittertes Fenster rechts des Straßeneingangs erhalten ist. Die damals abgebrochenen Zinnen und Ecktürmchen hinterließen im Mauerwerk noch sichtbare Auskragungen.
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