St. Gangolf, Pfarrkirche in Theuerstadt, Bamberg, Deutschland.
Sankt Gangolf ist eine katholische Pfarrkirche im Bamberger Gärtnerviertel, errichtet als dreischiffige Basilika mit östlichem Querhaus. Ihre Grundsubstanz stammt aus dem dritten Viertel des 11. Jahrhunderts und ist damit der älteste erhaltene Sakralbau der Stadt. Zwischen einer Vorhalle des 14. Jahrhunderts und einer historisierenden Westvorhalle von Hans Schurr (1901) stehen zwei Türme in frühgotischen Formen.
Die Kirche wurde zwischen 1057 und 1059 unter Bischof Gunther gegründet, wobei die heutige Struktur 1063 geweiht wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrmals umgebaut und erhielt dabei Elemente verschiedener kunsthistorischer Epochen.
Die Kirche ist dem heiligen Gangolf gewidmet, einem burgundischen Adligen des 8. Jahrhunderts, der im Schlaf von seinem Nebenbuhler ermordet wurde; seine Reliquien gelangten mit Jakobspilgern nach Deutschland. In der Kirche wird ein Teil seines Hauptes aufbewahrt, vermutlich aus Eichstätt. Das Kollegiatstift wurde 1803 in der Säkularisation aufgelöst, die Kirche wurde Pfarrkirche.
Der Haupteingang liegt an der Westseite, wo 1901 eine historisierende Vorhalle nach Plänen von Hans Schurr errichtet wurde. Die Kirche steht im Gärtnerviertel, das Innere wurde zuletzt 2016–19 restauriert. Die beiden Glocken aus dem 14. Jahrhundert zählen klanglich zu den bedeutendsten Bambergs.
Im Inneren der Kirche wird eine Reliquie aufbewahrt, die einen Schädel enthält, der dem heiligen Gangolf zugeschrieben wird. Diese Reliquie wurde früher von anderswo nach Bamberg gebracht und stellt eine seltene Verbindung zu einer frühmittelalterlichen Heiligenverehrung dar.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.100 Mitwirkenden weltweit.