Alte Burg in Lage, Mittelalterliche Burg in Lage, Deutschland.
Die Alte Burg in Lage war ein 1618/19 erbautes Fachwerkhaus von etwa 19,6 × 9,3 Metern mit großer Diele, beheizbarer Stube und rückwärtigem Saal. Sie stand an der Kreuzung Lange Straße/Friedrich-Petri-Straße nahe der Werre. Wegen Baufälligkeit wurde das Gebäude 2004 abgebrochen; das Gelände ist heute als Bodendenkmal geschützt.
Der Ort ist seit dem 14. Jahrhundert bezeugt: Urkunden nennen ihn Haus zur Lage oder Steinwerk, ein von einem Wassergraben umgebenes Steinhaus; in der Eversteinschen Fehde (1404–09) wurde er eingenommen. 1532 ging das Haus als Lehen an die Familie von Barkhausen, 1589 fiel es an den Landesherrn zurück, der es als Wohnhaus und Amtssitz der Vögte von Lage einrichtete. Der Fachwerknachfolgebau entstand 1618/19; 1716 erwarb Amtsvogt Hermann Henrich Brandt ihn von Graf Friedrich Adolph zur Lippe. In den 1980er Jahren kaufte die Stadt Lage das Anwesen und stellte es unter Denkmalschutz, 2004 wurde es wegen Baufälligkeit abgebrochen; 2014–15 folgten Ausgrabungen.
Das Gebäude diente lange als Sitz der Vögte von Lage; der Name „Alte Burg“ ist ein Volksmund und kein Beleg für eine Burg an dieser Stelle. Ältere Katasterpläne bezeichnen das Anwesen als „Freier Hof“. Der nahe Werreübergang und die in den 1960er Jahren abgebrochene Wassermühle nährten die Vermutung, hier habe einst die Burg Lage gestanden.
Das Fachwerkhaus wurde 2004 abgebrochen, an der Kreuzung Friedrich-Petri-Straße/Lange Straße steht daher kein Gebäude mehr; das Gelände ist heute als Bodendenkmal geschützt. 2014 und 2015 fanden dort Ausgrabungen statt, bei Restaurierungsarbeiten wurde zudem ein Bodenrelief freigelegt. Westlich des Grundstücks verläuft die Werre, unweit der Stelle der in den 1960er Jahren abgebrochenen Wassermühle.
Das Gebäude war keine Steinburg, sondern ein Fachwerk-Amtshaus, dendrochronologisch auf 1618/19 datiert. Im südöstlichen Giebel saß ursprünglich ein großes Tor zur Diele mit Flettküche; die bis zu 55 cm starken Bruchsteinkellerwände lagen wegen des hohen Grundwassers kaum eingetieft. 2004 abgebrochen, ist das Gelände heute geschütztes Bodendenkmal; die Ausgrabungen 2014–2015 legten ein Bodenrelief frei.
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