Johannissteine, Naturdenkmal in Lage, Deutschland
Die Johannissteine sind drei Findlinge aus Granit bei Lage: Der größte, „Stein 1“, ist 6,20 Meter lang, 5,50 Meter breit und wiegt bei etwa 39 Kubikmetern Volumen rund 104 Tonnen. Er liegt exakt in Nord-Süd-Richtung; „Stein 2“ (5,2 × 3,0 × 2,3 m) steht rechtwinklig dazu, „Stein 3“ (4,0 × 2,7 × 2,1 m) liegt südwestlich der beiden. Im weiteren Bereich liegen kleine Findlinge und Bruchstücke.
Gletscher der Saale-Eiszeit schoben diese Granitblöcke vor 200.000 bis 125.000 Jahren an ihren heutigen Ort. Dünnschliffuntersuchungen an den Universitäten Greifswald, Münster und Uppsala ergaben 1926 als wahrscheinliche Herkunft die Åland-Inseln in der nördlichen Ostsee. 1990 wurden die Johannissteine zum Bodendenkmal erklärt.
Die drei großen Steine tragen 15 eingemeißelte Symbole, darunter Herz, Pentagramm, Kerben und Kreise, sowie 13 Bohrlöcher und -kanäle. Die Löcher könnten zwischen 500 und 100 vor Christus entstanden sein. Die Landwirte nutzten die Steine als Schaltjahr-Ersatz, um den Frühlingsanfang und das Ende der Frostgefahr zu bestimmen.
Die Johannissteine liegen rund anderthalb Kilometer südöstlich der Lagenser Stadtmitte, südlich der Detmolder Straße (B 239) Richtung Orbke/Detmold. Der Zugang erfolgt zu Fuß; die drei großen Steine und die kleinen Findlinge in der Umgebung lassen sich von den Wegen aus betrachten.
Stein 1 hat drei exakte Fünfkantlöcher, nicht fünf, mit denen sich mithilfe von Stäben die Wintersonnenwende genau bestimmen lässt; die übrigen Jahreszeitenpunkte werden an Bergspitzen wie dem Windelstein abgelesen, über dem zur Sommerwende die Sonne aufgeht. Den Landwirten dienten die Steine als Schaltjahr-Ersatz, um Frühlingsanfang und das Ende der Frostgefahr zu erkennen.
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