Alte Katholische Pfarrkirche Refrath, Romanische Kirche in Bergisch Gladbach, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Die Alte Pfarrkirche ist ein verputzter Bruchsteinbau um 1200, bestehend aus einem rechteckigen Saal mit flacher Decke und stark eingezogenem Triumphbogen, einem chorbreiten Chor und einem gedrungenen Westturm mit stumpfem Pyramidendach. Im Schiff sind neben späteren Rechteckfenstern noch zwei der ursprünglichen winzigen Rundbogenfenster erhalten, der Turm hat Schallarkaden im Glockengeschoss.
Die Kirche ging aus einer Eigenkirche beim Salhof der Merheimer Grafen hervor; seit 1233 sind die Grafen von Berg als Kollatoren bezeugt. Eine Holzkirche des 9. Jahrhunderts und ein Rechteckbau von 972 gingen dem verputzten Bruchsteinbau um 1200 voraus. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden ein breiterer Chor und der gedrungene Westturm angefügt, 1765–1766 eine Sakristei; nach dem Bau der neuen Pfarrkirche 1864–1871 verfiel die alte und wurde 1907–1909, 1954–1957 und 1983 wiederhergestellt.
Im Volksmund heißt sie „Refrather Taufkirche“, weil sie vor dem Bau der neuen St. Johann Baptist 1864 bis 1871 die Mutterkirche der Pfarre war. Im Chor sind sieben Apostel und Johannes der Täufer paarweise in Bordürenrahmen gemalt. Neben dem Nordportal steht ein wiederverwendeter Memorienstein mit Ankerkreuz, der sich durch Vergleiche ins 9. Jahrhundert datieren lässt.
Die Kirche steht in Alt Refrath auf einem ummauerten, aufgelassenen Friedhof; die Gräber ringsum und der nahe Willweg sind zu Fuß erreichbar. Das Innere ist klein, der Besuch daher kurz. Vor dem Eintreten lohnen das gestufte Steinportal mit Rundbogen und die Zwillingsöffnungen des Turms einen Blick.
Neben dem Nordportal steht ein wiederverwendeter Memorienstein mit Ankerkreuz, der durch Vergleiche mit ähnlichen Steinen ins 9. Jahrhundert datiert wird. Im Inneren hängt ein Kruzifix an einem mit 1577 bezeichneten Steckkreuz, das ursprünglich als Grabkreuz diente.
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