Altes Schloss, Renaissanceschloss in Gaildorf, Deutschland
Das Alte Schloss ist ein vierflügeliger Burgkomplex an der Kocher mit Fachwerkaufbau auf steinernem Fundament, ergänzt durch Ecktürme und Galerien. Die Anlage beherbergt heute das Theresientaler Heimatstuben-Stadtmuseum und wird regelmäßig für Kunstausstellungen genutzt, die von der IG Kunst organisiert werden.
Der Gründungsbau geht auf Graf Albrecht von Limpurg-Gaildorf-Schmiedelfeld zurück, der die Burg 1479 als Ersatzbau für eine ältere Wasserburg errichtete. Diese ursprüngliche Burg war bereits 1399 an derselben Stelle dokumentiert und wurde durch das Renaissance-Schloss ersetzt.
Der große Saal ist nach Graf Johann Wilhelm von Wurmbrand aus der Steiermark benannt, der dort 1700 Juliane Dorothea von Limpurg-Gaildorf heiratete. Seine eichene Kassettendecke aus der Renaissance ist freitragend und wurde unter eine ältere, teils erhaltene Stuckdecke gebaut. Heute finden im Saal Kammermusikabende statt.
Vier unterschiedlich hohe Flügel umschließen einen unregelmäßigen Innenhof, den Galerien und üppige Bemalung an Fenstern und Türen schmücken. Die Anfang der 1970er Jahre begonnenen Renovierungen dauern an; im Winter 2002 löste sich ein ganzes Gefach am westlichen Torturm und fiel in den Schlossgraben, daher können Teile des Fachwerks eingerüstet sein. Im Wurmbrandsaal finden Kammermusikabende statt.
In den Kellergewölben findet sich eine Ausstellung mit dem Titel 'Hexen, Henker und Halunken', die die Geschichte der Strafjustiz in der Limpurg-Region dokumentiert. Diese Sammlung zeigt Aspekte des Alltags und der Rechtsprechung, die sonst selten öffentlich dargestellt werden.
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