Alte Wache, Klassizistisches Wachgebäude in Sondershausen, Deutschland
Die Alte Wache steht auf vier Stufen vor einer geschwungenen Terrasse am Marktplatz von Sondershausen. Ihr Portikus aus sechs dorischen Säulen trägt einen Dreiecksgiebel und einen Architrav mit der Inschrift „GVENTHER FRIEDRICH CARL II. A. MDCCCXXXVIIII“. Die Fassade ist durch fünf Achsen aus den Interkolumnien gegliedert, mit einer zentralen Tür und beidseitigen Fenstern.
Die Alte Wache entstand zwischen 1837 und 1839 nach Plänen Carl Scheppigs, eines Schülers Schinkels, für Fürst Günther Friedrich Carl II. von Schwarzburg-Sondershausen. Sie ersetzte ein erstes Wachgebäude von um 1711, als der Osthang unter Fürst Christian Wilhelm neu geordnet wurde. Nach der Restaurierung Anfang der 1990er Jahre beherbergte sie bis 2022 die Touristinformation der Stadt, seit 2023 ein Eiscafé.
Das Gebäude prägt das Zentrum von Sondershausen und zeigt, wie wichtig klassische Architektur für die Stadt war. Besucher sehen hier ein Beispiel der strengen, geordneten Formen, die im 19. Jahrhundert beliebt waren.
Die Alte Wache liegt am Marktplatz zwischen der großen Schlosstreppe und der Schlossauffahrt, wo jeder zu Fuß zum Schloss Hinaufgehende vorbeikommt. Links von ihr steigt die Schlosstreppe in sieben Absätzen mit 70 Stufen an und verjüngt sich nach oben. Seit 2023 befindet sich im Gebäude ein Eiscafé.
Der Sandstein der Terrassenmauer stammt aus Rottleben, und die Balustrade darüber besteht aus sechsunddreißig querrechteckigen Feldern, die jeweils vertikal geteilt und mit Kreuz- und Diagonalstreben in einem Kreismotiv gegliedert sind. Die Sockel zwischen den Feldern trugen einst Zinkgussvasen, die heute fehlen.
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