Melibokus, Berggipfel in der Region Bergstraße, Deutschland
Der Melibokus ist ein 517,4 Meter hoher Gipfel am Westrand des Odenwalds, genau auf der Grenze zwischen Bensheim-Auerbach und Alsbach-Hähnlein. Seine breite, gerundete Form ist dicht bewaldet, mit dunklen Malchit-Klippen nahe dem Gipfel. Ein schlanker Betonturm und ein ehemaliger militärischer Richtfunkmast ragen über die Baumkronen.
Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt ließ 1772 einen steinernen Aussichtsturm errichten. Ab 1936 diente er als Nachtflugfeuer auf der Strecke Frankfurt–Darmstadt–Stuttgart; sein Drehscheinwerfer saß 28,4 m über dem Gipfel und war rund 65 km weit zu sehen. 1945 sprengten zwei 18-Jährige den Turm beim Anrücken der Alliierten. Der heutige Betonmast ist eine spätere Richtfunkstation der US-Armee, nicht der alte Turm.
Der mittelalterliche Name war Mons Malscus, überliefert für 1012; der nahe Ort Malchen bewahrt eine verwandte Form. Gelehrte ersetzten ihn durch Melibocus, die latinisierte Form von Ptolemäus' Melobokon, den man irrig auf diesen Berg bezog. Der ältere Name Malschen hielt sich im lokalen Sprachgebrauch, und die Klippen am Gipfel heißen nach ihm Malchite.
Besucher können den Gipfel über Wanderwege von der Bahnstation Zwingenberg aus erreichen, wobei der Nibelungensteig direkt zum Gipfel führt. Es empfiehlt sich, festes Schuhwerk zu tragen und ausreichend Wasser mitzunehmen, besonders bei längeren Wanderungen.
Die Klippen am Gipfel bestehen aus dunklem Malchit, einem Gestein aus Magma, das in Spalten des 354 Millionen Jahre alten Tonalit-Massivs eindrang. Eine Rampe auf der Spitze der Felswand nördlich des Gipfels dient erfahrenen Hängegleiter-Piloten als Startplatz.
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