Zisterzienserabtei Lehnin, Zisterzienserkloster in Brandenburg, Deutschland
Die Abtei Lehnin ist ein zisterziensisches Backsteingebäude mit gotischen Spitzbögen, hohen Fenstern und einer etwa 70 Meter langen Klosterkirche im Ort Kloster Lehnin in Brandenburg. Die warmen roten Ziegel bilden klare Linien und geometrische Muster, während der Kreuzgang und die Nebengebäude um einen offenen Innenhof angeordnet sind.
Otto I., zweiter Markgraf von Brandenburg, gründete das Kloster 1180 als erste Zisterzienserniederlassung der Mark. Die ersten zwölf Mönche kamen 1183 mit Abt Sibold aus Sittichenbach, nicht aus dem Rheinland. Lehnin wurde Grablege der Askanier und Mutterkloster von Paradies, Chorin und Himmelpfort. 1542 säkularisiert, beherbergt es seit 1911 das Luise-Henrietten-Stift.
Der Name der Abtei ist mit einer Gründungslegende verbunden: Otto I. schlief bei der Jagd unter einer Eiche ein und träumte von einer weißen Hirschkuh, die ihn mit ihrem Geweih bedrohte. Auf den Altarstufen der Klosterkirche liegt ein versteinerter Eichenbalken, der von diesem Baum stammen soll, aber nie dendrologisch untersucht wurde. Seit 1911 beherbergen die Gebäude das Luise-Henrietten-Stift, ein evangelisches Diakoniewerk mit pflegerischen, medizinischen und ausbildenden Einrichtungen.
Die Anlage liegt etwa 24 Kilometer südwestlich von Potsdam und ist gut mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Besucher können die Kirche und Teile des Geländes besichtigen, sollten jedoch darauf achten, dass einige Bereiche noch als Klinik und Pflegeheim genutzt werden.
Ein mittelalterlicher Text namens Vaticinium Lehninense, der einem Mönch namens Hermann zugeschrieben wird, sagt angeblich die Zukunft der brandenburgischen Herrscherfamilien bis ins 18. Jahrhundert voraus. Gelehrte diskutieren bis heute, ob die Schrift wirklich aus dem Mittelalter stammt oder später verfasst wurde.
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