St. Gangolf, Romanisches Kirchengebäude in Münchenlohra, Deutschland.
St. Gangolf in Münchenlohra ist eine dreischiffige romanische Basilika auf Kreuzgrundriss mit doppeltürmigem Westwerk, das Carl Schäfer zwischen 1882 und 1885 in dieser Form wiederaufbaute. Chor und beide Querhausarme schließen mit Apsiden; unter dem Westwerk liegt eine zweischiffige Vorhalle mit drei freistehenden Säulen und teilweise bemaltem Kreuzgratgewölbe. In der Hauptapsis steht der gotische Marienaltar von 1510 bis 1515.
Das Kloster wurde um 1170 von den Grafen von Lohra, die auf der nahen Burg Lohra saßen, gegründet und nach dem hl. Gangolf benannt; es beherbergte Benediktinerinnen und Augustinerchorfrauen. 1546 säkularisiert, kam es 1590 an die Familie von Gladebeck; 1732 wurden Türme, Westapsis und Seitenschiffe abgerissen, übrig blieb eine Dorfkirche. Von 1882 bis 1885 baute Carl Schäfer sie nach dem Vorschlag Ferdinand von Quasts von 1845 originalgetreu wieder auf.
Die Kirche ist dem heiligen Gangolf geweiht; im Kloster lebten Benediktinerinnen und Augustinerchorfrauen, keine Mönche. Seit 2010 richtet der Förderverein Kloster Münchenlohra Klosterbautage auf dem Gelände aus, und zu Ostern frühstückt die Gemeinde gemeinsam in der neu entstandenen Klosterstube. An manchen Samstagen feiert die Kirchgemeinde die Vesper nach altkirchlichem Ritus.
Die Kirche steht im Zentrum von Münchenlohra in der Gemeinde Großlohra, Landkreis Nordhausen. Seit 2009 gehört der Kirchengemeinde das ehemalige Klostergelände rund um die Basilika; Freiwillige treffen sich zu Klosterbautagen, um den Ort zu restaurieren. An manchen Samstagen wird die Vesper nach altkirchlichem Ritus gefeiert, in der warmen Jahreszeit finden Konzerte statt.
Die große Glocke mit dem Namen Maria wurde 1316 gegossen und wiegt etwa 700 kg; sie stammt aus der 1944 zerstörten Kirche von Großkayna und läutet seit 1950 in Münchenlohra. Die kleine Glocke goss 1894 Peter Schilling in Apolda. Vom ursprünglichen Geläut des Klosters ist nichts erhalten.
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