Burg Lohra, Mittelalterliche Burg in Großlohra, Deutschland
Burg Lohra ist die Ruine einer Höhenburg auf einem Sporn der Hainleite bei Großlohra, 410 m über dem Meeresspiegel. Raue graue Steine und hellere rechteckige Blöcke bilden die Mauern; links erhebt sich eine mächtige, flach abschließende Mauer mit vorspringendem Teil aus hellen Blöcken, rechts ein Gebäude mit steilem rotbraunem Ziegeldach und hohem Bogenfenster. Erhalten sind ein großer Bergfried, Reste eines Palas, eine außergewöhnlich starke Ringmauer und die zweigeschossige Doppelkapelle.
Die Burg Lohra wurde im 11. Jahrhundert auf einem Sporn der Hainleite auf 410 m Höhe errichtet und 1116 erstmals urkundlich erwähnt, als Berengar, Graf von Lare, in einer Urkunde erscheint. Unter Graf Ludwig III. bauten die mit den Staufern verbundenen Grafen sie in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit einem großen Bergfried und einer Doppelkapelle aus. Nach dem Verschwinden Ludwigs IV. auf einem Kreuzzug ins Heilige Land erlosch das Geschlecht; um 1227 übernahmen die Grafen von Beichlingen die Burg, ab 1320 hielten sie die Grafen von Hohnstein bis zu ihrem Aussterben 1593.
Die Doppelkapelle hat zwei Geschosse, die durch eine Öffnung in der Mitte verbunden sind: oben beteten die Grafen, unten die übrigen Burgbewohner. Der Bauschmuck verweist auf Steinmetze, die auch im nahen Königslutter arbeiteten. Im Jahr 2000 wurde die Kapelle mit Fördermitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz saniert.
Besucher sollten beachten, dass die Anlage auf einem Bergsporn liegt und je nach Jahreszeit unterschiedliche Zugänglichkeit haben kann. Es empfiehlt sich, festes Schuhwerk zu tragen, da der Untergrund uneben ist und die Wege nicht überall befestigt sind.
Der Ort liegt auf über 410 Metern Höhe und bietet Ausblicke über den Höhenzug Hainleite und die umgebende Schutzlandschaft. Diese erhöhte Position war nicht nur für die Verteidigung wichtig, sondern prägte auch das Landschaftserlebnis der Burgbewohner.
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