Großsiedlung Siemensstadt, Modernistische Wohnsiedlung in Charlottenburg-Nord, Deutschland.
Die Großsiedlung Siemensstadt ist eine Wohnanlage aus der Moderne in Berlin-Charlottenburg mit mehreren mehrstöckigen Apartmenthäusern, die durch klare Linien, funktionales Design und große Fenster geprägt sind. Die Gebäude zeigen verschiedene Stilansätze nebeneinander und schaffen ein Ensemble, das nicht aus einem einzelnen Entwurf stammt, sondern aus der Zusammenarbeit mehrerer Architekten entstand.
Die Siedlung entstand zwischen 1929 und 1931 als Wohnprojekt für Arbeiter der nahegelegenen Siemensfabrik, wobei sechs bekannte Architekten wie Walter Gropius und Hans Scharoun zusammenarbeiteten. Das Vorhaben markierte einen Wendepunkt im modernen Wohnungsbau, indem es zeigte, wie verschiedene Entwürfe zu einem kohärenten Ganzen verbunden werden konnten.
Die Siedlung gehört zu den Berliner Modernismus-Wohnanlagen, die 2008 für ihren architektonischen Beitrag zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden.
Das Gelände kann zu Fuß erkundet werden und zeigt noch heute bewohnte Apartments, die seine ursprüngliche Funktion bewahren. Informationstafeln an verschiedenen Stellen erklären die unterschiedlichen architektonischen Abschnitte und ermöglichen es Besuchern, die Besonderheiten der einzelnen Entwürfe zu verstehen.
Hans Scharoun versetzte den Gebäuden in seinem Bereich maritime Qualitäten durch runde Fenster, die an Schiffsaugen erinnern, während Hugo Häring mit organischen Balkonformen und wärmenden Materialien experimentierte. Diese Unterschiede sind bei einem Spaziergang deutlich zu sehen und zeigen, wie die Architekten ihre individuellen Vorstellungen in ein gemeinsames Projekt einbrachten.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.