Mödlareuth, Grenzdorf zwischen Bayern und Thüringen, Deutschland
Mödlareuth ist eine Siedlung in Bayern und Thüringen, durch die der Tannbach fließt und die Landesgrenze beider Bundesländer bildet. Auf beiden Uferseiten stehen Wohnhäuser, Scheunen und Nebengebäude, die trotz ihrer Nähe zu unterschiedlichen Verwaltungseinheiten gehören.
Zwischen 1949 und 1990 teilte eine Betonmauer mit Wachtürmen die Ortschaft in Ost und West, wobei bewaffnetes Personal jede Bewegung überwachte. Nach der Wiedervereinigung entfernte man die meisten Sperranlagen, doch ein Abschnitt blieb als Gedenkstätte erhalten.
Das Deutsch-Deutsche Museum zeigt Alltag und Grenzanlagen aus der Teilungszeit und lässt Besucher direkt an der einstigen Demarkationslinie entlanggehen. Noch heute erkennt man im Ortsbild die frühere Trennung, weil Häuser auf beiden Seiten des Baches ihre eigene Infrastruktur behalten haben.
Besucher erreichen das Gelände über schmale Landstraßen, auf denen Hinweisschilder zum Museum führen, und können auf einem kleinen Parkplatz in der Nähe abstellen. Das Außengelände mit Mauerresten und Wachtturm ist jederzeit frei zugänglich, während das Museum selbst zu festen Öffnungszeiten empfängt.
Amerikanische Soldaten nannten den Ort wegen der Betonmauer Klein-Berlin, da die Teilung an die berühmtere Spaltung der Hauptstadt erinnerte. Bis heute nutzen beide Ortsteile unterschiedliche Postleitzahlen und Telefonvorwahlen, obwohl sie nur wenige Meter voneinander entfernt liegen.
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