Justizvollzugsanstalt Landsberg, Justizvollzugsanstalt in Landsberg am Lech, Deutschland.
Das Gefängnis Landsberg besteht aus vier Backsteinzellenblöcken, die sich kreuzförmig um einen zentralen Turm gruppieren, mit einer Jugendstilfassade von Hugo von Höfl. Die Anlage erstreckt sich über sechs Hektar und bietet Platz für über 500 Insassen im Hauptgebäude sowie zusätzliche Einheiten in Rothenfeld und im Umland.
Die Anlage wurde zwischen 1906 und 1910 errichtet und diente nach dem Zweiten Weltkrieg als Kriegsverbrechergefängnis Nummer 1, in dem über 250 Verurteilte hingerichtet wurden. Adolf Hitler verbrachte hier nach dem Putschversuch von 1923 etwa neun Monate in Haft und diktierte während dieser Zeit sein Manuskript an Rudolf Heß.
Die Anlage führt verschiedene Ausbildungsprogramme durch, bei denen Inhaftierte praktische Berufe erlernen können. Diese Werkstätten sind Teil des Rehabilitationsansatzes und ermöglichen den Erwerb von Fähigkeiten wie Bäckerei, Schreinerei oder Elektrotechnik.
Das Gefängnis kann nicht besichtigt werden, da es eine aktive Justizvollzugsanstalt ist. Die Außenfassade ist von der Straße aus sichtbar und liegt nördlich der Altstadt von Landsberg am Lech.
Der Gefangene mit der Häftlingsnummer 45 verfasste in Zelle 7 während 264 Tagen sein politisches Werk und erhielt dabei täglich zahlreiche Besucher und Pakete. Die Zelle bot ihm mehr Komfort als üblich, mit eigenem Schreibtisch und Zugang zu Büchern.
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