Kernkraftwerk Brokdorf, Kernkraftwerk in Brokdorf, Deutschland
Das Kernkraftwerk Brokdorf ist ein stillgelegter Druckwasserreaktor am Ufer der Elbe in Schleswig-Holstein mit einer elektrischen Leistung von 1440 Megawatt. Die Anlage erstreckt sich über ein weitläufiges Gelände mit Kühlturm, Reaktorgebäude und technischen Nebeneinrichtungen.
Die Bauarbeiten begannen 1975 unter massiven Protesten, die im Februar 1981 mit Demonstrationen von über 100.000 Menschen und einem Polizeieinsatz von 10.000 Beamten ihren Höhepunkt erreichten. Der kommerzielle Betrieb startete 1986 und endete am 31. Dezember 2021 im Rahmen des deutschen Atomausstiegs.
Der Reaktor wurde zum Schauplatz intensiver gesellschaftlicher Auseinandersetzungen über Energiepolitik und prägte das Bewusstsein mehrerer Generationen in der Region. Die Anlage steht heute als Zeugnis einer vergangenen Ära der Stromgewinnung und der damaligen Konflikte um deren Zukunft.
Die Anlage ist seit Ende 2021 außer Betrieb und befindet sich im Rückbau, weshalb kein Zugang für Besucher besteht. Das Gelände liegt nahe der Gemeinde Brokdorf am westlichen Elbufer und ist von der Straße aus sichtbar.
Der Abschalttermin des Reaktors fiel zeitlich mit der Inbetriebnahme von NordLink zusammen, einem Unterseestromkabel, das Deutschland mit norwegischer Wasserkraft verbindet. Diese Überschneidung markierte symbolisch den Übergang zwischen zwei Epochen der Energiegewinnung im Land.
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