Goldener Turm, Mittelalterlicher Turm in Regensburg, Deutschland
Der Goldene Turm ist ein mittelalterlicher Wohnturm in der Altstadt von Regensburg, erbaut aus hellem Sandstein mit einem markanten spitzen Dach. Er gehört zu den höchsten erhaltenen Türmen dieser Art in Deutschland und ragt deutlich über die umliegende Bebauung hinaus.
Die unteren vier Geschosse entstanden um 1250 in Bruchsteinmauerwerk mit Eckverquaderung für die vierflügelige Stadtburg der Patrizierfamilie Waller. Nach 1300 wurden die Obergeschosse mit Zinnenabschluss ergänzt, um 1600 ersetzte ein Pyramidendach mit bemaltem Turmzimmer den Abschluss. Nachdem 1706 der Marktturm abgebrannt war, übernahm der Goldene Turm dessen Funktion als Wachtturm der Stadt.
Der Name stammt nicht vom Stein, sondern von einer Gaststätte, die im 17. Jahrhundert im Gebäude untergebracht war. Der Turm gehörte zum Haymo- oder Wallerhaus, einer vierflügeligen Anlage dieses Regensburger Patriziergeschlechts. Im 16. Jahrhundert wurde seine Fassade wie die des Rathauses und des damaligen Marktturms mit Fresken bemalt, die Landsknechte und das Stadtwappen zeigten; Reste waren noch 1950 nachweisbar.
Seit der Sanierung 1985 dient das Gebäude als Studentenheim mit 43 Wohneinheiten, ist also innen nicht zu besichtigen. Vom Innenhof, den man durch den 1978 geöffneten Durchgang der ehemaligen Wahlenkapelle erreicht, sieht man die um 1600 angelegten dreiseitigen Renaissancearkaden. Der Durchgang führt zudem westlich zur Unteren Bachgasse.
Regensburg hatte im Mittelalter über 60 solcher Wohntürme, mehr als jede andere Stadt nördlich der Alpen zu dieser Zeit. Heute sind noch etwa ein Dutzend davon erhalten, und der Goldene Turm gehört zu den wenigen, die ihre ursprüngliche Höhe fast vollständig bewahrt haben.
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