Bartholomäuskapelle, Romanische Kapelle in Paderborn, Deutschland.
Die Bartholomäuskapelle ist eine um 1017 nördlich des Paderborner Doms errichtete Steinkapelle. Ihre steile Giebelfassade aus unregelmäßigen hellen Steinen zeigt zwei rundbogige, durch kleine Säulen geteilte Fenster und ein rundbogiges Portal mit dunkler Doppeltür. Im Inneren setzten byzantinische Bauleute Hängekuppeln auf Säulen, deren Kapitelle zu den bedeutenden Zeugnissen ottonischer Baukunst zählen.
Bischof Meinwerk von Paderborn (1009–1036) ließ die Kapelle um 1017 als Teil der ottonischen Königspfalz errichten, die er für Heinrich II. baute; die Vita Meinwerci des 12. Jahrhunderts berichtet, griechische Bauleute hätten sie errichtet. Ausgrabungen zeigen ihre Einbindung in diese Pfalz. Der Zweck ist ungewiss; Manfred Balzer vermutet, sie habe der liturgischen Einkleidung des Königs vor Betreten der Domkirche gedient. 1825–1828 unter Friedrich Wilhelm III. renoviert, überstand sie den Zweiten Weltkrieg mit geringen Schäden.
Die Kapelle trägt den Namen des Apostels Bartholomäus, dem sie geweiht ist. Ab 1591 besaßen die Jesuiten das Bartholomäusbenefizium; nach der Aufhebung des Ordens 1773 übernahm der Paderborner Studienfonds dessen Verwaltung. Im 19. Jahrhundert nutzte ein Schieferdecker die Kapelle als Werkstatt; ab 1940 feierten polnische Zwangsarbeiter hier die Sonntagsmesse.
Die Kapelle steht an der Nordseite des Paderborner Doms, neben dem Museum in der Kaiserpfalz, in der Fußgängerzone der Innenstadt. Der Eingang ist die Bronzetür, die Heinrich Gerhard Bücker 1978 schuf. Der Innenraum ist klein und der Boden stellenweise uneben, daher eher ein kurzer als ein langer Besuch.
Die Maße der Kapelle stimmen exakt mit denen der Myrelaion-Kirche in Konstantinopel überein, die Kaiser Romanos I. vor 922 als eigene Hofkapelle errichten ließ. Die Hängekuppeln haben dagegen kein direktes byzantinisches Vorbild; vergleichbare Kuppeln finden sich in der Zisterne unter dem benachbarten Palast.
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