Bestattung von Bad Dürrenberg, Archäologische Grabstätte in Bad Dürrenberg, Deutschland
Die Bestattung von Bad Dürrenberg ist ein mesolithisches Doppelgrab, das 1934 im Kurpark von Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt gefunden wurde. Eine 25 bis 35 Jahre alte Frau saß in gehockter Haltung in einer etwa 90 mal 55 cm großen Grube und hielt zwischen den Oberschenkeln einen Säugling von 6 bis 8 Monaten. Die mit Rötel ausgekleidete Grabkammer war wohl ein Weidengeflecht, das mit weißem Lehm abgedichtet wurde.
Das Grab wurde am 4. Mai 1934 bei Entwässerungsarbeiten im Kurpark von Bad Dürrenberg entdeckt. Vier zwischen 1989 und 2014 vorgenommene Radiokarbondatierungen weisen das Skelett in einen Zeitraum von 9000 bis 8600 Jahren; damit ist es die zweitälteste bekannte Bestattung Sachsen-Anhalts. Nachgrabungen im Kurpark zwischen August und Dezember 2020 fanden die ursprüngliche Grabgrube wieder und legten eine kleinere, rund 600 Jahre jüngere Grube mit zwei Masken aus Hirschgeweih frei.
Die Grabbeigaben zeigen, wie Menschen wichtige Momente ihres Lebens markierten. Ein Kopfschmuck aus Hirschgeweih und durchlochte Zähne als Anhänger belegen, dass persönlicher Schmuck besondere Bedeutung hatte; sorgfältig verteilter Rötel weist auf ein durchdachtes Ritual hin.
Der Fund ist im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ausgestellt, nicht am Fundort selbst, da das Grab im Boden geschützt bleibt. Nehmen Sie sich Zeit für die Informationstafeln zur Anordnung der Objekte, um die ursprüngliche Lage der Beigaben nachzuvollziehen.
Die wissenschaftliche Analyse der Überreste ergab, dass die Frau blaue Augen sowie dunkle Haut und Haare hatte und damit einen direkten Einblick in das tatsächliche Aussehen der Menschen im Mitteleuropa jener Zeit gibt. Diese Merkmalskombination zeigt, dass solche körperliche Vielfalt bei frühen Populationen existierte.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.339 Mitwirkenden weltweit.