Reichsparteitagsgelände, Baukomplex in Nürnberg, Deutschland.
Das Reichsparteitagsgelände erstreckt sich über eine Fläche im Südosten Nürnbergs und umfasst Bauten wie die Kongresshalle und das Zeppelinfeld. Die Anlagen verbinden monumentale Steinarchitektur mit weitläufigen Aufmarschplätzen, die ursprünglich für Masseninszenierungen angelegt wurden.
Zwischen 1933 und 1938 fanden hier jährlich die Reichsparteitage statt, bei denen Hunderttausende Menschen teilnahmen und das Regime seine Macht inszenierte. Albert Speer plante viele der Anlagen, die jedoch durch den Kriegsausbruch unvollendet blieben und nach 1945 teilweise gesprengt wurden.
Der heutige Umgang mit dem Gelände verbindet Gedenken mit Aufklärung, wobei Besucher direkt am Ort die Mechanismen von Propaganda und Inszenierung nachvollziehen können. Die weitläufigen Freiflächen werden mittlerweile von Joggern, Spaziergängern und für Veranstaltungen genutzt, während die Steinbauten als Mahnmale erhalten bleiben.
Besucher können das Gelände zu Fuß oder per Fahrrad erkunden, wobei Informationstafeln an mehreren Punkten Kontext bieten. Das Dokumentationszentrum im Nordflügel der Kongresshalle ist ein guter Ausgangspunkt, um die Geschichte und Funktion der einzelnen Bereiche zu verstehen.
Die Kongresshalle sollte nach römischem Vorbild bis zu 50.000 Menschen fassen, wurde aber nie fertiggestellt und steht heute als Torso da. Ihre hufeisenförmige Grundform und die massiven Granitblöcke machen sie zum größten erhaltenen Bauwerk dieser Art.
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