Morizkirche, Gotische Kirche in Coburg, Deutschland
Die Morizkirche ist eine spätgotische Hallenkirche von 62 Metern Länge und bis zu 33 Metern Breite mit einem langen Ostchor, der in einem Fünfachtelschluss endet und ein Kreuzrippengewölbe trägt. Die Westfront hat zwei ungleiche Türme: der nördliche trägt eine welsche Haube mit Laterne, der südliche, Rabenturm genannt, blieb unvollendet und wurde 1560 mit Schiefer gedeckt. Das Langhaus ist eine flachgedeckte Halle aus drei gleich hohen Schiffen auf acht Säulen mit zweigeschossigen Emporen.
Das Gebäude ersetzte im frühen 14. Jahrhundert eine ältere Kirche und wurde schrittweise fertiggestellt, wobei der östliche Chor um 1330 vollendet war. Die Struktur entwickelte sich über Jahrhunderte und nahm später barocke Umgestaltungen auf, die ihre ursprüngliche gotische Form überlagerten.
Der Ort war eng mit Martin Luther verbunden, der hier 1530 mehrere Predigten hielt und das Gebäude zu einem wichtigen Gedenkort des Reformators machte. Besucher können heute noch die Räume erkunden, die für die protestantische Geschichte Deutschlands bedeutsam waren.
Die Kirche gehört der Stadt Coburg und dient als Hauptkirche der evangelischen Gemeinde St. Moriz. Anfang 2016 war sie wegen einer Renovierung geschlossen, im Dezember 2023 wurde sie wieder für Besucher geöffnet. Die herzogliche Grablege liegt im Chor; der Zugang richtet sich nach den aktuellen Öffnungsregelungen, nicht nach festen Tageszeiten.
Das 13 Meter hohe Alabaster-Epitaph für Herzog Johann Friedrich den Mittleren, von Nikolaus Bergner geschaffen und 1598 vollendet, ersetzte den Hochaltar am Chorende. Die 1740 von Wolfgang Heinrich Daum gebaute Orgel wurde rekonstruiert und 1989 mit einem Instrument der Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt versehen.
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