Poppostein, Neolithisches Dolmen in Sieverstedt, Deutschland
Der Poppostein ist ein freiliegender Dolmen von etwa 2,4 m Länge; der Innenraum misst 2,2 × 1,0 m und wird von zwei Trägersteinen an den Längsseiten, einem am Nordende und einem niedrigen Schwellenstein an der offenen Südseite begrenzt. Der namengebende Deckstein aus Granit trägt 17 kleine, schalenförmige Eintiefungen. Der einst darüberliegende Erdhügel ist verschwunden.
Das Megalithgrab entstand zwischen 3500 und 2800 v.Chr. als Begräbnisstätte für die damalige Bevölkerung. Archäologische Untersuchungen zeigen, dass das Bauwerk über lange Zeit hinweg von lokalen Gemeinschaften genutzt wurde.
Die 17 Schälchen auf dem Granit-Deckstein wurden laut dem dänischen Artikel bei kultischen Handlungen der Bronzezeit eingehauen; deutsche Forscher deuten sie als vorzeitliche Rituale oder als Zeugnis des Glaubens an die Heilkraft des herausgeschlagenen Steinstaubs. Später diente der Platz als Thingplatz des Istedsyssels, und der Name Helligbek (heiliger Bach) erinnert an die sagenhafte Taufe Harald Blauzahns durch Bischof Poppo um 960.
Der Ort liegt östlich der Bundesstraße B76 zwischen Flensburg und Schleswig und ist als staatliches Denkmal jederzeit frei zugänglich. Besucher sollten beachten, dass das Gelände offen liegt und wetterabhängig sein kann, daher ist angemessene Kleidung ratsam.
Der Name wird oft mit Bischof Poppo verbunden, der der Sage nach um 960 König Harald Blauzahn im nahen Helligbæk taufte; daher heißt der Stein auch Taufstein. Der Germanist Freerk Haye Hamkens leitete ihn dagegen vom niederdeutschen Poppe, „Kind“, ab, doch war die Volkssprache der Gegend bis ins 19. Jahrhundert Dänisch, weshalb die Flurnamen fast alle dänisch sind.
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