Blauenthaler Wasserfall, Künstlicher Wasserfall in Eibenstock, Deutschland.
Der Blauenthaler Wasserfall ist ein rund 30 Meter hoher Wasserfall im Tal der Bockau bei Blauenthal, der nicht von einem Bach, sondern von einem künstlichen Graben gespeist wird. Das Wasser stürzt über eine Felswand aus übereinandergeschichteten Granitblöcken. Der mit Naturstein ausgemauerte Graben verläuft vom Höllengrund aus etwa 3 km bis zur Anlage.
Um 1530 erwarb der aus der Gegend von Nürnberg stammende Blechhändler Andres Blaw den Standort einer ehemaligen Mahl- und Brettmühle und baute ihn zu einem bedeutenden Hammerwerk aus. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ Kommerzienrat Toelle einen 3 km langen, mit Naturstein ausgemauerten Graben vom Höllengrund an der Kleinen Bockau über die Große Bockau hinweg zur Holzschleiferei anlegen, deren Turbinen die Papierfabrik in Langenbach belieferten. Schützen leiteten das Wasser an Sonn- und Feiertagen über die Granitwand; seit Einstellung der Schleiferei stürzt der Wasserfall dauerhaft.
Der Wasserfall geht auf Kommerzienrat Toelle zurück, den Eigentümer des „Parkhotels Forelle“, der Schützen einbauen ließ, um das Wasser aus dem Graben seiner Holzschleiferei an Sonn- und Feiertagen, wenn die Maschinen stillstanden, über die Granitwand zu leiten. Seit der Einstellung der Schleiferei besteht der Wasserfall dauerhaft und ist zu einer Touristenattraktion geworden.
Der Ort ist über mehrere Wanderwege erreichbar, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben und zu verschiedenen Aussichtspunkten führen. Wer kommt, sollte festes Schuhwerk tragen und auf rutschigen Untergrund vorbereitet sein.
In den kälteren Monaten gefriert der Wasserfall zu einer festen Eisschicht und wird zu einem Ziel für Eiskletterer aus der ganzen Region. Diese Verwandlung macht jeden Winter zu einer ganz anderen Erfahrung als die übrige Zeit des Jahres.
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