Kloster Lüne, Benediktinerkloster in Lüneburg, Deutschland.
Das Kloster Lüne ist ein evangelisches Damenstift in Lüneburg, 1172 als Benediktinerinnenkloster gegründet. Die nach einem Großbrand 1380 in Backsteingotik wiederaufgebauten Gebäude bilden eine L-förmige Anlage um den Kreuzgang. Die Klosterkirche St. Bartholomäi, 1373 bis 1479 erbaut, ist 32,71 m lang und 14,16 m hoch, mit polygonalem Chor und hohen Spitzbogenfenstern. Am Dachanschluss erhebt sich ein schlanker Turm mit Spitze.
Das Kloster Lüne wurde 1172 von einer Gemeinschaft von weniger als zehn Adeligen aus Nordborstel unter Hildeswidis von Marcboldestorpe gegründet, die in eine 1140 errichtete Kapelle einzog. Die Stiftungsurkunde unterzeichneten Bischof Hugo von Verden, Heinrich der Löwe und Abt Berthold II. von St. Michael in Lüneburg. Im 13. Jahrhundert nahm der Konvent die Benediktsregel an; die Gebäude brannten 1240 und 1372 nieder und wurden näher an Lüneburg wieder aufgebaut.
Das Kloster trägt den Namen des Dorfes Lüne und gab dem Amt Lüne und der Gemeinde Lüne ihren Namen. Seine Nonnen stammten zumeist aus den Lüneburger Patrizierfamilien und wurden in Latein, den freien Künsten, der christlichen Lehre und der Liturgie unterrichtet. Seit 2023 ist Amélie Gräfin zu Dohna Äbtissin, sie folgte auf Reinhild Freifrau von der Goltz.
Der Besuch des Klosters erfolgt am besten durch geführte Touren, die man über die Klosterkammer Hannover buchen kann. Man sollte sich Zeit für den Kreuzgang und die Kirche nehmen sowie auf die Textilsammlung vorbereitet sein.
Die Ostwand des Refektoriums trägt Wandmalereien, die Hinrik Levenstede dem Jüngeren zugeschrieben werden und um 1490 entstanden: eine Anna selbdritt, flankiert von sieben männlichen und sieben weiblichen Heiligen. Nach der Reformation wurden sie unter Putz verborgen. Über dem Altar des Nonnenchors hängt eine Beweinung aus der Werkstatt Lucas Cranach des Älteren, darüber eine gefasste hölzerne Leuchtermadonna von etwa 1500.
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